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Sibylle Benninghoff-Lühl

Die ganze Welt ein Garten?

Flora und Fauna in Ernst Jüngers schriftlichem Nachlass

Der Soldat, Schriftsteller und Käferforscher Ernst Jünger (1895−1998) dokumentierte seine lebenslange Passion der Sammlung von Flora und Fauna auch in seinen Manuskripten. Blüten, Blätter, Wurzeln, Federn, Falter, Käfer sowie Texte, in Gestalt von Ausschnitten und in diversen Fassungen auf speziellem Papier, sind hier in einzigartiger Weise als Realien eingeklebt sowie beschrieben. Sie spielen als Ausschnitte eine Rolle und fragen insofern nach dem Kontext ihres Erscheinens.
Jünger herbarisierte in seinen eigenen Gärten wie in der Welt. Er botanisierte und entomologisierte als Offizier in Schützengräben während des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie später, nach 1945, auf seinen zahlreichen Reisen durch die Welt. Er sammelte und präparierte Pflanzen, Schmetterlinge und Käfer. In der Zeit der »Strahlungen« beginnt die Sammlung zu wuchern, was im Journal und in den Notizbüchern insbesondere an den zunehmenden Einklebungen abzulesen ist.
Der lebendigen Art der Einklebungen geht diese Untersuchung nach. Sie zielt auf Indizien zur Authentizität und Glaubwürdigkeit der im Material vollzogenen Zitate von Flora und Fauna. Lässt sich eine bestimmte Rhetorik des Gärtners Ernst Jünger, ein besonderer Stil seiner Einklebungen und Beschreibungen von Natur erkennen? Wie entsteht der Eindruck, dass der Autor seine Liebe zu Flora und Fauna in die Vision von der ganzen Welt als einen, nämlich als seinen Garten umsetzte?

Die ganze Welt ein Garten?
Erscheint vorauss. September 2017
256 Seiten, 15 x 23 cm, gebunden,
85 Abbildungen (zahlreiche farbig)
ISBN 978-3-86599-251-2
  • Info

    Sibylle Benninghoff-Lühl

    PD Dr. phil. Sibylle Benninghoff-Lühl ist Privatdozentin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie unterrichtete als Gastprofessorin im In- und Ausland, u.a. in Nigeria, Brasilien, Kanada und Thailand. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Literatur- und Kulturwissenschaften. Gegenwärtig arbeitet sie an einem Projekt zur Ästhetik des »Buchs der Natur«.