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Manuela Günter (Hg.), Annette Keck (Hg.)

Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Gender Studies

Gender Studies sind in letzter Zeit von unterschiedlichen Seiten unter Beschuss
geraten: Die einen monieren, dass im Zuge der Verwissenschaftlichung von
feministischer Gesellschaftskritik das ursprüngliche Anliegen, die Stärkung
von Frauen, aus dem Blick gerückt sei; die Vervielfältigung von Differenz in
den Theoriediskussionen führe zu einer Erhöhung von Komplexität, die politisch
nicht einzuholen sei. Die anderen wiederum bestreiten grundsätzlich die
Wissenschaftlichkeit der Gender Studies und diffamieren sie als politische
Ideologie.
Der vorliegende Band begegnet diesen Angriffen, indem er historische und
systematische Perspektiven der Gender Studies in den Kulturwissenschaften
entwickelt. Tatsächlich befinden sich die Gender Studies, so ein Befund der
Herausgeberinnen, in einem höchst paradoxen Zwischenraum von Institutionalisierung
und Marginalisierung. Die Beiträge aus Philosophie, Ethnologie,
Literatur-, Theater-, Geschichts- und Medienwissenschaften reflektieren diese
Position und machen zugleich deutlich, dass wir in den Wissenschaften
keinesfalls auf das kritische Potential der Gender Studies verzichten können.

Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Gender Studies
Kaleidogramme Bd. 166
Mai 2018
251 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert
ISBN 978-3-86599-391-5
  • Info

    Manuela Günter

    ist außerplanmäßige Professorin für Neuere deutsche Literatur am
    Institut für deutsche Sprache und Literatur I der Universität zu Köln. Forschungsfelder
    sind u. a. Shoah-Literatur, Literatur von Autorinnen des 18.−20. Jahrhunderts,
    Journalliteratur, Medienkonvergenz, Autobiographie sowie literarische Unterhaltung. Die Promotion erschien unter dem Titel Anatomie des Anti-Subjekts. Zur Subversion
    autobiographischen Schreibens bei Siegfried Kracauer, Walter Benjamin und Carl
    Einstein 1996 bei Königshausen & Neumann; die Habilitation mit dem Titel Im
    Vorhof der Kunst. Mediengeschichten der Literatur im 19. Jahrhundert erschien
    2008 im transcript-Verlag. Sie veröffentlichte zahlreiche Aufsätze zur Literatur des
    18. bis 20. Jahrhunderts, zuletzt erschien 2016 das Daphnis-Themenheft 44: artes
    populares. Medien, Genres, Räume. Literarische Unterhaltung in der Frühen Neuzeit,
    herausgegeben mit Michael Homberg.

  • Info

    Annette Keck

    ist Professorin für Gender Studies, Kulturtheorie und Neuere deutsche
    Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungsfelder sind
    u. a. Autorschafts- und Körperkonstruktionen zwischen Avantgarde und feministischer
    Theorie, literarische Anthropologien, groteske Kunsterzeugungen sowie populäre
    Unterhaltungsformen und ›Working Girls‹. Die Promotion erschien unter dem Titel
    »Avantgarde der Lust«. Autorschaft und sexuelle Relation in Döblins früher Prosa
    1998 bei Fink, die Habilitation unter dem Titel Buchstäbliche Anatomien. Vom Lesen
    und Schreiben des Menschen – Literaturgeschichten der Moderne bei Königshausen
    & Neumann im Jahr 2007. Derzeit arbeitet sie an einem Projekt zu Figurationen
    der Unschuld im westdeutschen Unterhaltungsfilm der 1950er Jahre.

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