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Julian Drews (Hg.), Anne Kern (Hg.), Tobias Kraft (Hg.), Benjamin Loy (Hg.), Marie-Therese Mäder (Hg.)

Romanistik in Bewegung

Aufgaben und Ziele einer Philologie im Wandel

Kaum eine geisteswissenschaftliche Disziplin hat in den vergangenen Jahrzehnten das Genre der Selbstbefragung so ausführlich kultiviert wie die Romanistik. Durch ihr lateinisches Erbe ist sie seit jeher in Europa verankert, durch die europäische Kulturexpansion ab 1492 jedoch zugleich in der globalisierten Welt zu Hause. Diese doppelte Erbschaft provoziert scheinbar unvereinbare Positionen: Neben der Kritik an einer zunehmenden konzeptuellen Unschärfe steht die Apologie des Fachs als weiterhin unverzichtbare Reflexionsinstanz von Globalisierungsdiskursen.

Vor dem Hintergrund der tradierten Analysekategorien und der Institutionengeschichte beziehen junge wie etablierte Romanistinnen und Romanisten in diesem Band Position zu ihrer eigenen Tätigkeit und zu den Ansprüchen an das eigene Fach. In der Aushandlung von ambivalenten Herkünften, gegenwärtigen Möglichkeiten und denkbaren Zukünften stellen sich die Beitragenden deshalb die Frage der Relevanz: Was ist der Beitrag, was ist die Aufgabe der Romanistik in den gegenwärtigen literatur- und kulturwissenschaftlichen Debatten und ihren gesellschaftlichen Funktionen?

»Gerade im Angesicht der europäischen Krisen muss sich die Romanistik unserer Zeit angesprochen fühlen. Sie steht nicht allein im Dienste einer Vermittlung des Vergangenen, sondern muss sich messen lassen an dem Anspruch, informiert Positionen beziehen zu können, historische Bezüge zu artikulieren und Debatten zu schärfen: als globale Disziplin europäischer Herkünfte.«
Aus der Einleitung des Bandes

Romanistik in Bewegung
Mai 2017
264 Seiten, 15 x 23 cm, gebunden
ISBN 978-3-86599-308-3
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    Julian Drews

    Julian Drews ist Romanist und Literaturwissenschaftler. Aktuell arbeitet er als Koordinator im BMBF-Verbundprojekt »Alexander von Humboldts Amerikanische Reisetagebücher« der Universität Potsdam und der Staatsbibliothek zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz.

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    Anne Kern

    Anne Kern promoviert an der Universität Potsdam im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs »Sichtbarkeit und Sichtbarmachung« mit einer Arbeit zur kubanischen Künstlerin Juana Borrero.

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    Tobias Kraft

    Tobias Kraft, Romanist und Literaturwissenschaftler, ist Arbeitsstellenleiter in einem Editionsvorhaben zu Alexander von Humboldt an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin.

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    Benjamin Loy

    Benjamin Loy ist seit 2013 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Romanischen Seminar der Universität zu Köln und promoviert mit einer Arbeit zu Roberto Bolaño.

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    Marie-Therese Mäder

    Marie-Therese Mäder ist seit 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promoviert dort mit einer Arbeit zu den Ideologen als Begründer französischer Wissenskultur.