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Elisabeth Kirndörfer

Biographien des Nachbebens

Die Umbruchsgeneration

Wie wirkt sich der Umbruch von 1989 auf die Lebensgeschichten junger Ostdeutscher aus, die zum Zeitpunkt des Mauerfalls noch Kinder waren? Und welche neuen Blickwinkel entstehen, wenn wir Raum und Biographie zusammendenken? Auf diese Fragen findet die Sozialanthropologin Elisabeth Kirndörfer in ihrer Studie über die Rückkehr der Umbruchsgeneration differenzierte Antworten. Mit hoher Erzählkunst und wissenschaftlicher Kreativität macht die Autorin erlebbar, was es bedeutet, wenn 1989 eben keine Zäsur im Lebensverlauf darstellt, sondern als Nachbeben auf die persönliche Geschichte einwirkt.
Die biographischen Porträts, die das Zentrum ihrer Arbeit bilden, sind jedoch mehr als höchst anschaulich erzählte Lebensgeschichten: Das biographische Nachbeben von 1989 wird hier im Wechselspiel mit dem erlebten Raum untersucht. Diese Herangehensweise mündet in den Leitgedanken, ›Heimat‹ als Beziehung zu denken. Schwedt/Oder stellt in diesem Zusammenhang ein besonders eindrucksvolles Forschungsfeld dar: Die Stadt kann aufgrund des radikalen Umdeutungsprozesses, den sie durchlaufen hat, als symbolisch gelten für die ›Transformations-Region Ostdeutschland‹.
Eine anregende Lektüre – auch für nicht-akademische Leserinnen und Leser – gerade in Zeiten, in denen der Begriff ›Heimat‹ erneut eine bedenkliche Renaissance erfährt.


Biographien des Nachbebens
Kaleidogramme Bd. 161
September 2018
298 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
28 Abbildungen (teilweise farbige Abbildungen)
ISBN 978-3-86599-377-9
  • Info

    Elisabeth Kirndörfer

    Elisabeth Kirndörfer hat an der Europa-Universität Viadrina in Kultur- und Sozialanthropologie promoviert und ihren Master in Soziokulturellen Studien absolviert. Im Zentrum ihres Forschungsinteresses stehen die kritische Migrationsforschung, feministische Theorie und ethnographische Methoden. Im Verlauf ihres Studiums war sie in verschiedene Projekte des CLAE involviert, einer Plattform für migrationsgesellschaftliche Organisationen in Luxemburg, und arbeitete zwischen 2010 und 2012 als akademische Mitarbeiterin im Fachbereich Sozialwesen an der Fachhochschule Potsdam. Seit 2016 ist sie im DFG-geförderten Projekt »Die postmigrantische Stadt«, das an der Schnittstelle zwischen kritischer Migrations- und Stadtforschung angesiedelt ist,  am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig tätig.

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