19,90 EUR
Peter Fuchs, Uli Reiter

Hagazussa.HeckenSichten

Das Buch ›Hagazussa, Heckensichten‹ umfasst Gedichte von Peter Fuchs (Schirling und Ballustrade) und sensibel korrespondierende Bilder von Uli Reiter (Intus et Extra). Das Besondere daran ist, dass Peter Fuchs schon sehr bekannt ist: als ›Hochstraktionist‹ der Theorie sozialer und psychischer Systeme, als Autor vieler Bücher und Aufsätze, die zwar mitunter in diese Theorie plastisch einführen, meistens aber doch allenfalls in einer Hinsicht auffallen: in der unbekümmerten Wahl einer komplexen Sprache, verknüpft mit exotisch anmutenden Themen.
Nun also Gedichte! Ein absoluter Wechsel des Genres, ein gänzlich anderes Register des Weltzugriffs, keine Theorie – auf den ersten Blick. Andererseits heißt Theoria (Visio) soviel wie (Fern-)Sicht oder Schau, und niemand kann behaupten, dass diese Bedeutung auf wissenschaftliche Theorie eingeschränkt werden müsse, aber auch nicht, dass Lyrik, gemessen an Wissenschaft, unpräzise sei.
Peter Fuchs, der wegen seiner Lust am Experimentieren nicht selten auch gescholten wird, würde sagen: Probat experiri. Es kommt auf den Versuch an. Dieser Versuch liegt jetzt vor. Hagazussa, das ist ein altes Wort für ›Hexe‹, für eine Dame, die auf der Hecke sitzt und deswegen nach zwei Seiten schauen kann. Das ist auch hier das Experiment.

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    Peter Fuchs

    Peter Fuchs (* 1949 in Dinkelsbühl), war von 1992 bis 2007 Professor für Allgemeine Soziologie und für Soziologie der Behinderung an der Hochschule Neubrandenburg. Er gilt neben Dirk Baecker, Rudolf Stichweh, André Kieserling, Armin Nassehi und Elena Esposito als einer der bekannteren Weiterentwickler der Gedankenwelt des Begründers der soziologischen Systemtheorie, Niklas Luhmann. Nach einer Ausbildung und Berufslaufbahn als Heilerziehungspfleger (1972 bis 1984) studierte Fuchs von 1986 bis 1989 Sozialwissenschaften und Soziologie in Bielefeld, Dortmund und Hagen. 1991 promovierte er an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit einer Arbeit über »Die Erreichbarkeit der Gesellschaft: zur Konstruktion und Imagination gesellschaftlicher Einheit« zum Dr. rer. soc. Heute lebt er in Bad Sassendorf und betreibt ein Institut für Allgemeine Theorie der Sinnsysteme (iTAS).

    • Dirk Baecker, Norbert Bolz, Peter Fuchs, Hans Ulrich Gumbrecht, Peter Sloterdijk  
      broschiert, 160 Seiten
      10,00 EUR
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    Uli Reiter

    Uli Reiter, geb. 1954, stammt aus Geislingen an der Steige (Bd. Württemberg) und lebt seit 1990 als Künstler, Autor und Marketingdienstleister in Lienzing bei Gstadt am Chiemsee. Nach einem Studium der Freien Malerei bei Prof. Hägele an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart machte er sich 1985 als freischaffender Künstler selbständig. 1985 nahm er am Forum Junger Kunst der BRD in Bochum teil, hatte seine erste größere Einzelausstellung in der Galerie der Stadt Fellbach und erhielt im Jahr darauf ein Stipendium der Kunststiftung Baden Württemberg. Es folgten Ausstellungen an der Kunstschule Nürtingen (mit J. Jahn), im Plastikhof des Württembergischen Kunstvereins in Stuttgart, im Kunstverein in Geislingen und in der Galerie Duden (mit Christo). Uli Reiter war mit Kleinplastiken im Rathaus Fellbach bei den »Tendenzen der Kleinplastik« vertreten, erhielt 1987 ein Atelierstipendium des Landes Baden Württemberg und bestritt 1989 im Rahmen des »Debütantenstipendiums« eine große Einzelausstellung mit Katalog (»Widerbelebung«) an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nach dem Umzug zum Chiemsee im Jahr 1990 folgten Ausstellungen in der Kunsthalle Exnergasse in Wien (mit H. Galle) und eine Einzelausstellung im Kunstverein Bad Aibling. 1995 musste aus existenziellen Gründen die Kunstproduktion von 10 Jahren zerstört werden und es schlossen sich einige Jahre mit reduzierten künstlerischen Aktivitäten an. Uli Reiter gründete UNDO, ein Einzelunternehmen im Bereich Design und Marketing. Es folgten Forschungsprojekte mit der Fraunhofergesellschaft, die Entwicklung von Unternehmensplanspielen und einer Lernsoftware für Behindertenprojekte und die Einarbeitung in Web- und Printdesign. Das Forum der Industrie und Wirtschaft der BRD zeichnete den Imagefilm »Lok-Emotion« mit einer technischen Animation von Uli Reiter aus und der künstlerische Animationsclip »Irrlicht« lief 2001 im Programm des Kurzfilmfestivals »24 Std. von Nürnberg«. 2000 erfolgte eine Ausstellungseinladung ins »Haus 10« im Kloster Fürstenfeldbruck durch A. Hein (Katalog: »Eine Form geht noch«) und im Jahr darauf waren neue Arbeiten von Uli Reiter im Kunstraum Stuttgart unter dem Titel »Business as usal« zu sehen. Von 2001 bis 2012 unterbrach Uli Reiter seine künstlerische Tätigkeit und widmete sich verstärkt dem Ausbau seiner Marketingfirma UNDO. Er begann außerdem mit dem Schreiben systemtheoretischer, soziologischer Texte und 2009 wurde beim renommierten Verlag Velbrück Wissenschaft sein erstes Buch mit dem Titel »Lärmende Geschenke – Die drohenden Versprechen der Korruption« veröffentlicht. Weitere wissenschaftliche Arbeiten über »Illegalität« und »Formen und Funktion des Krankhaften« sind im Entstehen. 2013 nahm Uli Reiter seine künstlerische Tätigkeit mit dem Zyklus »me and some friends« wieder auf und es kam zu einer literarisch-künstlerischen Zusammenarbeit mit dem ansonsten als Systemtheoretiker bekannten Peter Fuchs. Das Resultat dieser Koproduktion liegt jetzt in Form des bebilderten Lyrikbandes »Hagazussa. Heckensichten« vor. Er enthält einen Zyklus mit 53 Gedichten von Peter Fuchs und 53 »sensibel korrespondierenden« Bildern von Uli Reiter. Link zur Kunst-Homepage: www.uli-reiter.de; Link zur Marketing-Homepage: www.undo.de