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Marc Sagnol

Tragik und Trauer

Walter Benjamin, Archäologe der Moderne

"Die Bedeutung von Marc Sagnols Buch ist eine zweifache: Auf der einen Seite zeichnet es auf luzide Weise den Zusammenhang zwischen Benjamins Theorie des Barockdramas und der Geschichtsphilosophie nach, die seinen frühen Schriften bis hin zur Studie über »Goethes Wahlverwandtschaften« (1921) zugrunde liegt. Sagnol rekonstruiert das intellektuelle Klima im Deutschland der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und insbesondere der geschichtsphilosophischen Debatte der Zeit, die von Namen wie Dilthey, Simmel und Heidegger geprägt war. Auf der anderen Seite analysiert Sagnol scharfsinnig die Bedeutung der beiden gegensätzlichen Begriffe Tragödie und Trauerspiel im Benjamin’schen Werk. Der griechischen Tragödie stellte Benjamin das barocke Trauerspiel gegenüber, das die pessimistische Sicht einer Welt in Szene setzt, die von der göttlichen Gnade verlassen ist und deren Akteure der Untätigkeit, höfischen Intrigen und letztlich einer unermesslichen Melancholie überantwortet sind. Eine Weltsicht, so sei angemerkt, die gleichermaßen von der Gegenreformation wie vom deutschen Protestantismus inspiriert ist."

Aus dem Vorwort von Stéphane Mosès.

Tragik und Trauer
September 2017
272 Seiten, 15 x 23 cm, gebunden
ISBN 978-3-86599-374-8
  • Info

    Marc Sagnol

    Marc Sagnol, geb. 1956, Philosoph, Schriftsteller, Fotograf, Filmregisseur, ist hervorgetreten mit seinen Arbeiten über Walter Benjamin (»Tragique et tristesse«, Paris 2003, dt. »Tragik und Trauer«, Berlin 2017) und seinen Essays über Franz Kafka, Bruno Schulz, Paul Celan und Mittel- und Osteuropa. Momentan arbeitet er an dem Film »Les eaux du Boug« (»Die Gewässer des Bug«) über Paul Celan, der zum 100. Geburtstag des Dichters erscheint.