19,90 EUR
Sophie Seemann

Verschwundene Krankheiten

Ein medizinhistorischer Streifzug

 

 

Gegenstand der Medizingeschichte sind Denken, Vorgehensweise und Lebenswelten von Ärzten und Patienten in ihrem historischen Wandel. Doch es gibt noch einen weiteren, mindestens genauso wandelbaren Mitspieler in dieser spannenden Dreiecksbeziehung: Die Krankheit. Als naturwissenschaftlich erforschte Phänomene könnte man Krankheiten für biologische Konstanten halten, die eine wohldefinierten, fixierten Form aufweisen – doch weit gefehlt! Sie können neu auftreten, ihr Wesen und ihre Relevanz innerhalb kurzer Zeiträume vollständig verändern und sogar verschwinden.

Das vorliegende Buch stellt 22 verschwundene Krankheiten vor. Dabei widmet es sich vor allem der Frage, wann, warum und unter welchen Bedingungen diese Krankheiten verschwunden sind, oder ob es sie möglicherweise gar nicht wirklich gab. Dabei kommen nicht nur viele bekannte und einige unbekanntere Ärzte und Forscher zu Wort; auch Patienten, Angehörige und Pflegende mit ihrem ganz privaten Leiden begegnen dem Leser in kurzen, fiktionalen Krankengeschichten, die eng an historische Fallberichte angelehnt sind. So begegnet der Leser der Aussätzigen und dem Pockenkranken, blickt in die Fabriken des 19. Jahrhunderts mit ihren Gefahren für Leben und Gesundheit der Arbeiter, spürt dem merkwürdigen Englischen Schweiß und dem Alpenstich nach, leidet mit dem Neurastheniker und der Schlafmittelsüchtigen und wagt noch einen Blick in die Zukunft, wenn Contergan-Schädigung und Hydrozephalus der Vergangenheit angehören werden. Auch der mittlerweile als wissenschaftlicher Scherz enthüllte »Cello-Hoden« fehlt nicht in dieser mal erschütternden, mal gruseligen, mal seltsamen und hin und wieder auch zum Schmunzeln anregenden Sammlung verschwundener Krankheiten.

Verschwundene Krankheiten
Preis- und Seitenangaben sind bis zum Erscheinen ca.-Angaben

Juli 2018
224 Seiten, 12 x 19 cm, gebunden,
20 Abbildungen
ISBN 978-3-86599-300-7
  • Info

    Sophie Seemann

    Sophie Seemann (*1986) arbeitet als Kinderärztin und wurde 2013 mit einer medizinhistorischen Arbeit über den Pathologen und Anthropologen Rudolf Virchow promoviert. Im Zuge der Recherchen stieß sie immer wieder auf „verschwundene Krankheiten“ – Krankheitsbilder, die sich nicht sofort mit dem modernen medizinischen Verständnis erschließen ließen und bei näherer Betrachtung aber ungeahnte und interessante Einblicke in vergangene Patientenschicksale, historische Konzepte von Krankheit und Ansätze zu ihrer Behandlung, Bekämpfung und im günstigsten Fall Ausrottung boten.

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