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Sophie Seemann

Verschwundene Krankheiten

Ein medizinhistorischer Streifzug

Gegenstand der Medizingeschichte sind Denken, Vorgehensweise und Lebenswelten von Ärzten und Patienten in ihrem historischen Wandel. Doch es gibt noch einen weiteren, mindestens genauso wandelbaren Mitspieler in dieser spannenden Dreiecksbeziehung: die Krankheit. Als naturwissenschaftlich erforschte Phänomene könnte man Krankheiten für biologische Konstanten halten, die eine wohldefinierte, fixierte Form aufweisen – doch weit gefehlt! Krankheiten können neu auftreten, ihr Wesen und ihre Relevanz innerhalb kurzer Zeiträume vollständig verändern und sogar verschwinden.

Das vorliegende Buch stellt 20 verschwundene Krankheiten vor. Dabei widmet es sich vor allem der Frage, wann, warum und unter welchen Bedingungen diese Krankheiten verschwunden sind, oder ob es sie möglicherweise gar nicht wirklich gab. Es kommen nicht nur viele bekannte und einige unbekanntere Ärzte und Forscher zu Wort; auch Patienten, Angehörige und Pflegende mit ihrem ganz privaten Leiden treten dem Leser gegenüber in kurzen, fiktionalen Krankengeschichten, die eng an historische Fallberichte angelehnt sind. So begegnet der Leser der Aussätzigen und der Pockenkranken, spürt dem merkwürdigen Englischen Schweiß und dem Alpenstich nach, blickt in die Fabriken des 19. Jahrhunderts mit ihren Gefahren für Leben und Gesundheit der Arbeiter, leidet mit dem Neurastheniker und den Eltern eines Contergan-Kindes und lernt die Hintergründe der rätselhaften Haffkrankheit kennen. Auch der mittlerweile als wissenschaftlicher Scherz enthüllte »Cello-Hoden« fehlt nicht in dieser mal erschütternden, mal gruseligen, mal seltsamen und hin und wieder auch zum Schmunzeln anregenden Sammlung verschwundener Krankheiten.

Verschwundene Krankheiten
Preis- und Seitenangaben sind bis zum Erscheinen ca.-Angaben

Erscheint vorauss. Januar 2019
272 Seiten, 15 x 23 cm, gebunden,
20 Abbildungen (teilweise farbige Abbildungen)
ISBN 978-3-86599-300-7
  • Info

    Sophie Seemann

    Sophie Seemann (*1986) arbeitet als Kinderärztin und wurde 2013 mit einer medizinhistorischen Arbeit über den Pathologen und Anthropologen Rudolf Virchow promoviert. Im Zuge der Recherchen stieß sie immer wieder auf »verschwundene Krankheiten« – Krankheitsbilder, die sich nicht sofort mit dem modernen medizinischen Verständnis erschließen ließen und bei näherer Betrachtung aber ungeahnte und interessante Einblicke in vergangene Patientenschicksale, historische Konzepte von Krankheit und Ansätze zu ihrer Behandlung, Bekämpfung und im günstigsten Fall Ausrottung boten.

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