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Irina Kaldrack

Imaginierte Wirksamkeit

Zwischen Performance und Bewegungserkennung

Wie wird Bewegung im technisch medialen Raum entworfen? Welche Praktiken und welches Verständnis von körperlicher Bewegung entstehen, wenn Körper in und mit medial-technisch gestalteten Umgebungen (inter)agieren?
Die Autorin untersucht zeitgenössische Performances, in denen die Darstellenden mittels interaktiver Videotechnologie die computergesteuerte Bühne beeinflussen. Aufgefasst als technisch-künstlerische Konstellationen werden die Inszenierungen in Hinblick auf die Wechselwirkungen zwischen technischer, dramaturgischer und inszenatorischer Ebene befragt. Diese erzeugen ein Verhältnis zwischen Körper und ihrer Umgebung, indem die körperliche Bewegung als wirksame Bezugnahme erscheint.
In einem zweiten Schritt wird dieses Verhältnis auf die entscheidenden Genealogien von Raum, Verrechnung und Bewegung bezogen. Die Kombination theater-, mathematik-, technik- und wissensgeschichtlicher Ansätze erlaubt die kulturhistorische Kontextualisierung des jeweiligen Akteurs-Umgebungs-Verhältnisses als Subjekt-Welt-Verhältnis. In dieser Perspektive lassen sich die Performances als Versinnlichung bestimmter Subjekt-Welt-Modelle begreifen, die sie gewissermaßen unter digitalen Bedingungen auf die Probe stellen.
Abschließend werden die ästhetischen und technischen Strategien verglichen, durch die die körperliche Bewegung wirksam erscheint. In dieser Perspektive erscheint körperliche Bewegung als Kulturtechnik.

Imaginierte Wirksamkeit
Kaleidogramme Bd. 69
Oktober 2011
272 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
37 Abbildungen (teilweise farbig)
ISBN 978-3-86599-128-7
  • Info

    Irina Kaldrack

    Irina Kaldrack, geboren 1970, Mathematikerin, Kultur- und Medienwissenschaftlerin. Promotion in Kulturwissenschaft an der HU Berlin. 2009-2012 Postdoktorandin am Graduiertenkolleg »Automatismen – Strukturentstehung außerhalb geplanter Prozesse in Informationstechnik, Medien und Kultur« an der Universität Paderborn. Seit 2012 Mitarbeiterin am Nationalen Forschungsschwerpunkt eikones – NFS Bildkritik, Universität Basel, Schweiz Forschungsschwerpunkte sind die Wissens- und Mediengeschichte der Körperbewegung sowie Kultur- und Wissensgeschichte der Mathematik.