22,50 EUR
Thomas Brandstetter (Hg.), Christof Windgätter (Hg.)

Zeichen der Kraft

Wissensformationen 1800-1900

Mit Beiträgen von Christoph Asendorf, Robert Brain, Thomas Brandstetter, Philipp Felsch, Günter Gödde, Ethel Matala de Mazza, Kai Marcel Sicks, Bernhard Siegert, Juliane Vogel, Joseph Vogl, Christof Windgätter, M. Norton Wise.

Ausgangspunkt dieses Buches ist die These, dass ›Kraft‹ als Paradigma einer bestimmten Epoche der europäischen Kulturen zu gelten hat: von der französischen Revolution über die Industrialisierung bis zum beginnenden 20. Jahrhundert. Ohne Übertreibung kann sie für diesen Zeitraum auch als ein »transzendentales Prinzip« (Rabinbach) bezeichnet werden, das in so unterschiedlichen Feldern wie der Physik, der Ökonomie, der Politik, der Philosophie, der Psychologie oder der Ästhetik konstituierend gewirkt hat.
Die Beschäftigung mit Unfällen allerdings zeigt, dass solche hervorbringenden oder produktiven Wirkungen der Kraft unvermeidlich mit der Gefahr des Kontrollverlustes verbunden waren. Ungeplante Entfesselungen oder Entladungen sind als Drohung in einer Epoche der Dampfmaschinen, Industrieanlagen, Sprengstoffexperimente, Menschenmassen, Triebhaushalte oder Sportexzesse stets präsent gewesen; nicht selten als das Umschlagen in eine ebenso spektakuläre wie katastrophische Realität.
Ziel der in diesem Buch versammelten Aufsätze ist es, die Ambivalenz des Kraft-Paradigmas zu verfolgen. An verschiedenen Techniken, Materialien und Praktiken wird gezeigt, dass zum In-Form-Bringen der Kraft immer auch deren Aus-der-Form-Geraten gehört. So pendelt das 19. Jahrhundert zwischen zwei Ereignisfiguren: der Zirkulation und der Zerstreuung, als Kraftausübung und Kraftausbruch.

Zeichen der Kraft
Kaleidogramme Bd. 26
Juni 2008
292 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
54 Abbildungen
ISBN 978-3-86599-036-5
  • Info

    Thomas Brandstetter

    Dr. Thomas Brandstetter studierte Philosophie in Wien und promovierte im Fach Kultur- und Medienwissenschaft an der Bauhaus Universität Weimar. Seit September 2006 ist er Assistent am Lehrstuhl für Erkenntnistheorie und Philosophie der digitalen Medien am Institut für Philosophie der Universität Wien. Sein Forschungsschwerpunkt ist die historische Epistemologie von Wissenschaft und Technik.

    • Thomas Brandstetter  

      Kräfte messen

      Die Maschine von Marly und die Kultur der Technik 1680–1840

      broschiert, 294 Seiten
      22,50 EUR
  • Info

    Christof Windgätter

    Christof Windgätter ist Professor für Medientheorie an der University of Applied Sciences Europe in Berlin sowie Associated Investigator am Exzellenzcluster Matters of Activity: Image, Space, Material der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuvor war er Research Fellow des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart und der Kulturabteilung der Stadt Wien; zudem Gastprofessor der Leuphana Universität Lüneburg (Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien) sowie Gastwissenschaftler der Hochschule der Künste in Bern. Seine Arbeitsgebiete umfassen die Medien- und Wissensgeschichte, Theorien und Geschichte des Designs, Ästhetik und Philosophie.

     

     

    • Christof Windgätter  

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      24,80 EUR
    • Claudia Mareis (Hg.), Christof Windgätter (Hg.)  

      Wild Thing

      Unordentliche Prozesse in Design und Wissenschaft

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      26,80 EUR
    • Gottfried Schnödl (Hg.), Christof Windgätter (Hg.)  

      ›Hautlichkeit‹

      Oberflächen in Wissenschaft und Design

      broschiert, 282 Seiten
      29,80 EUR