07. Mai 2019

Vorsicht vor fiesem Frieselfieber!

Unser Newsletter im April/Mai

Bleiben Sie lieber etwas auf Abstand, wir möchten Sie mit diesem Newsletter nicht anstecken! Etwa mit dem fiesen Frieselfieber, dem Alpenstich oder gar – oh, Graus! – den Symptomen des Cello-Hodens. Zwar sind diese Krankheiten bereits seit einiger Zeit verschwunden (eine davon hat es vermutlich nie gegeben. Können Sie erraten, welche?), aber man kennt es ja: Alljährlich im Frühling kratzt es im Hals und läuft die Nase. Auch wir sind davon nicht verschont geblieben, doch allmählich verklingt das bellende Husten auf dem Verlagsflur. Und so nutzen wir diese Phase der Genesung, um Ihnen einige schöne neue Titel zu präsentieren – und hoffen auf ansteckende Wirkung!


Pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung »Cinderella, Sindbad & Sinuhe. Arabisch-deutsche Erzähltraditionen« im Neuen Museum Berlin ist in unserem Verlag der dazugehörige Begleitband erschienen. Herausgegeben von Verena M. Lepper, umfasst er spannende Beiträge, die sich mit Fragen des historischen Transfers von Wissen und der menschlichen Vorstellungskraft auseinandersetzen. Der 360 Seiten starke Ausstellungskatalog enthält zahlreiche Abbildungen, die Texte sind auf Deutsch, Englisch und Arabisch. Die Ausstellung in Berlin läuft übrigens noch bis zum 18. August 2019, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Staatlichen Museen zu Berlin.

Ebenso schön und sogar noch seitenstärker (767!) ist das Buch »Wilde Archäologien I« von Knut Ebeling, das ab sofort in einer zweiten Auflage lieferbar ist. Es verhandelt nichts weniger als eine Theoriegeschichte der Kulturwissenschaft und die Frage nach ihren (archäologischen) Denkmodellen und Methoden. Der Band ist erneut als hochwertiges Hardcover erschienen, dessen Goldprägung und Leineneinband miteinander um die Wette schillern.

Von kleinerem, aber nicht weniger schönem und robustem Format ist der erste Band der Reihe »Maschinentexte aus Sanssouci«, die von Ulrich Richtmeyer in den »editionen« des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM) herausgegeben werden. »Julien Offray de La Mettrie. Die zu Boden gestürzte Maschine« enthält drei kurze, in Vergessenheit geratene Texte des französischen Arztes und Philosophen. Sie entstanden während seiner Zeit am Potsdamer Hof in den Jahren 1748 bis 1751 und wurden in diesem Band neu aufgelegt, mit Anmerkungen sowie einem Nachwort zu seiner intellektuellen Biografie versehen.

Des Weiteren ist vor wenigen Wochen der Titel »Technik – Ereignis – Material. Neue Perspektiven auf Ontologie, Aisthesis und Ethik der stofflichen Welt«, herausgegeben von David Magnus und Sergej Rickenbacher, erschienen. Der Band untersucht die Relationen der drei Leitbegriffe zueinander und mündet in Fragen des Weltendesigns in der posthumanen Gesellschaft. Eingeleitet wird das Thema durch das interessante Cover, dem Foto Nimbus Munnekeholm des Künstlers Berndnaut Smilde. David Magnus und Sergej Rickenbacher zeichnen anhand dieses mysteriös anmutenden Bildes eine aktuelle Materialitätsdebatte nach, die es neu zu denken gilt.

Und schließlich können wir voller Stolz verkünden, dass das langersehnte Buch von Sophie Seemann sich nun endlich im Druck befindet und in Kürze lieferbar sein wird. In »Verschwundene Krankheiten. Ein medizinhistorischer Streifzug« beschreibt die Autorin 20 Krankheiten, die im Laufe der Medizingeschichte verschwunden sind. In informativen und gleichsam unterhaltsamen Kapiteln widmet Sie sich der Frage, wann, warum und unter welchen Bedingungen diese Krankheiten verschwunden sind, oder ob es sie möglicherweise gar nicht wirklich gab. Das Buch vereint wissenschaftliche Fakten mit fiktionalen Passagen, die an historische Fallberichte angelehnt sind, und ist daher eine interessante und anregende Lektüre. Durch die Beschreibung historischer Konzepte von Krankheit regt der Text letztlich auch dazu an, das moderne Verständnis von körperlicher und geistiger Krank- bzw. Gesundheit zu hinterfragen.
Wir freuen uns sehr auf das Erscheinen des Buches, denn schließlich ist damit auch der eingangs erwähnte Virus abgestreift, der bei uns nicht nur rosa Pusteln verursachte, sondern uns im fortgeschrittenen Stadium bereits den Ruf des »BER unter den Verlagen« einbrachte. Die beste Medizin: fertigstellen!

Sämtliche Bücher können wie immer über den Buchhandel oder unser Online-Verlagsprogramm erworben werden. Passend zum Stichwort empfehlen wir aus letzterem noch »Das Elend der ärztlichen Kunst« (2002) von Bernhard Kathan sowie »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken« (2003) von Daniel Paul Schreber. Beide Bücher sind seit Kurzem wieder erhältlich. Auch die Bände I und II des »Schädel Basis Wissens« zur Wissensgeschichte eines Knochens sowie »Die Kunst des Hungerns« seien an dieser Stelle erwähnt.

Schauen Sie auch bei Twitter und Facebook vorbei, wo wir regelmäßig auf Neuerscheinungen, Veranstaltungen und Schätze aus unseren Regalen hinweisen.

Bleiben Sie gesund, lesen Sie Bücher!

Herzlichst
Ihr Wolfram Burckhardt
und das Team des Kulturverlag Kadmos Berlin

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