22,50 EUR
Claudia Breger (Hg.), Irmela Marei Krüger-Fürhoff (Hg.), Tanja Nusser (Hg.)

Engineering Life

Narrationen vom Menschen in Biomedizin, Kultur und Literatur

Mit Beiträgen von Jörn Ahrens, Silke Bellanger, Claudia Breger, Christina Brandt, Mariacarla Gadebusch Bondio, Irmela Krüger-Fürhoff, Hannah Landecker, Tanja Nusser, Kerstin Palm, Johannes Türk und Ulrike Vedder.

Vor dem Hintergrund aktueller biomedizinischer Entwicklungen und biotechnologischer Eingriffsmöglichkeiten stellen sich die altbekannten Fragen nach der ›Natur‹ des Menschen, seiner Mach- oder Herstellbarkeit und den technischen sowie ethischen Grenzen eines solchen engineering mit neuer Schärfe. Imaginationen und Reflexionen dieser Prozesse finden in einer Vielzahl unterschiedlicher Diskurse und Medien statt. Ein verbindendes Moment ist dabei die Tatsache, dass nicht nur die Vorstellung zukünftiger Möglichkeiten, sondern auch die Etablierung gegenwärtigen Wissens auf Erzählstrategien und rhetorische Muster angewiesen ist. Das heißt, narrative Elemente werden ebenso in populärer Berichterstattung, Belletristik und Hollywoodfilm wie auch im Kontext natur- und biowissenschaftlicher Forschung verwendet, wo sie für den Erkenntnisprozess von grundlegender Bedeutung sind. Der Band fragt, auf welche Wissensformationen dieses Erzählen zurückgreift und welche spezifischen narrativen Strategien in Biomedizin, Kultur und Literatur verwendet werden, um Vorstellungen des Menschen festzuschreiben, umzuschreiben oder neu zu entwerfen.
In exemplarischen Einzelanalysen setzen sich Vertreterinnen und Vertreter aus Biologie, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, Technikanthropologie, Soziologie, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft mit dem engineering life in Biomedizin und ›populärer‹ Kultur vor allem seit dem 19. Jahrhundert auseinander. Zur Sprache kommen u.a. biowissenschaftliche und literarische Narrationen im Kontext von Gewebezucht, Immunologie und reproduktivem Klonen, Anthropotechniken in Science Fiction-Literatur und -Film, Strategien der Wissensvermittlung in der Ausstellungsform Science Center und das Verhältnis von Poetik und Wissenschaft in Literatur und Film. Damit antwortet der Band auf aktuelle Debatten in Wissenschaftsgeschichte, Bioethik und Kulturwissenschaften und macht narratologische Perspektiven für die Analyse des spezifischen Feldes der Biomedizin fruchtbar.

Engineering Life
lieferbar in ca. 8 Wochen

Kaleidogramme Bd. 23
März 2008
222 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert
ISBN 978-3-86599-044-0
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    Claudia Breger

    Prof. Dr. Claudia Breger ist Associate Professor of Germanic Studies und Adjunct Associate Professor of Communication and Culture sowie Gender Studies an der Indiana University, Bloomington. Ihre Schwerpunkte sind Literatur, Film und Theater des 20. und 21. Jahrhunderts mit Akzent auf den Intersektionen von Gender, Sexualität und Race sowie Fragen von Literatur- und Kulturtheorie.

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    Irmela Marei Krüger-Fürhoff

    PD Dr. Irmela Marei Krüger-Fürhoff, Germanistin/Komparatistin, 2010–2014 Forschungsreferentin der Direktion des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin. Seit Oktober 2014 Professorin für Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin (Institut für deutsche und niederländische Philologie sowie Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien).

  • Info

    Tanja Nusser

    PD Dr. Tanja Nusser, Studium der Neueren deutschen Literatur und Philosophie an der Freien Universität Berlin und Humboldt Universität zu Berlin; 1997/98 Forschungsaufenthalt an der University of California, Berkeley, USA; 2000 Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin über die Filmemacherin Ulrike Ottinger (erschienen bei Böhlau 2002). 2001-2004 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Postdoc-Kolleg »Krankheit und Geschlecht« und 2006-2007 am Institut für Deutsche Philologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Seit 2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld. Mitarbeit am Projekt »Die Erschaffung des Menschen ist eine komplizierte Angelegenheit. Reproduktionstechnologien im Spiegel von Literatur und Film« in dem von der DFG geförderten Projekt »Die Fabrikation des Menschen. Reproduktionstechnologien und Transplantationsmedizin aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive«.