29,00 EUR
Irmtraud Hnilica (Hg.), Marcel Lepper (Hg.)

Populäre Piraten

Vermessung eines Feldes

Mit Beiträgen von Franziska Bergmann, Alexandra Ganser, Vanessa Höving, Irmtraud Hnilica, Claudia Liebrand, Lutz Ellrich, Peter Scheinpflug, Monika Seidl, Heike Steinhoff und Thomas Wortmann.

Piraterie rückt auf die Agenda der Debatten um internationale Sicherheit und Datenverkehr. Völkerrechtlich, urheberrechtlich gilt der Pirat als prekäre Figur, »the enemy of all«.
Der Sammelband greift die ökonomischen, rechtsgeschichtlichen Anregungen auf, rückt die Debatte um die Figur des Piraten aber in genrespezifische Fragestellungen ein, indem er die narrativen und ikonographischen Muster der Piratenliteratur in den Mittelpunkt stellt. Wie wird der Pirat, der in der politischen Theorie als hostishumani generis, »Feind aller« gilt, in der Populärkultur zum Freund vieler? Wie entsteht das Piratengenre, wie gestalten sich dessen Zyklen?
Kombiniert werden kulturwissenschaftlich informierte Detaillektüren von Piratentexten mit einer diachronen Vermessung des populären Piratengenres seit dem späten 17. Jahrhundert, Verfahren des close reading und des distant reading. So geraten auch Textkorpora in den Blick, die erst in Ansätzen bibliographisch erfasst, allenfalls aus der Perspektive der Sozialgeschichte der Literatur und der Trivialliteraturforschung kursorisch gesichtet wurden. Die Frage nach den Bedingungen und Modi der Popularität ermöglicht, das Genre in seinen Verzweigungen bis in die Gegenwart in Film, Comic, Mode und bildende Kunst hinein zu verfolgen. Literatur- und kulturwissenschaftliche Ansätze werden am Material mit Konzepten u.a. aus Filmwissenschaft und Gender Studies zum Abgleich gebracht.

Populäre Piraten
Preis und Seitenzahl sind bis zum Erscheinen ca.-Angaben

Kaleidogramme Bd. 124
Dezember 2016
296 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert
ISBN 978-3-86599-258-1
  • Info

    Irmtraud Hnilica

    Irmtraud Hnilica hat über Gustav Freytags »Soll und Haben« promoviert und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft der FernUniversität Hagen. Neben der Literatur des 18.-21. Jahrhunderts interessieren sie film- und medienwissenschaftliche Fragestellungen.

  • Info

    Marcel Lepper

    Marcel Lepper promovierte über Affektdarstellung in der Frühen Neuzeit und habilitierte sich mit einer Studie zur Quellenmetaphorik. Er leitet das Forschungsreferat und die Arbeitsstelle der Geschichte der Germanistik am Deutschen Literaturarchiv Marbach. Seine Forschungsarbeiten widmen sich dem poetischen und philologischen Grundlagendenken seit dem 17. Jahrhundert sowie der Literatur- und Theoriegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.