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Mark Butler

Das Spiel mit sich. (Kink, Drugs & Hip-Hop)

Populäre Techniken des Selbst zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Was haben die unterschiedlichen Varianten der bizarren Erotik, der rekreative Konsum von Drogen und die Disziplinen des Hip-Hop gemeinsam? Sie sind alle populäre Techniken des Selbst, Praktiken, mit denen Individuen sich erzeugen sowie transformieren, und weisen alle eine spielerische Prägung auf. Während als Axiom antiker Selbsttechniken die Aufforderung zur »Sorge um sich« rekonstruiert wurde und im Anschluss daran die ökonomisch geprägte »Arbeit an sich« der Moderne herausgearbeitet wurde, beleuchtet dieses Buch das ästhetische Spiel mit sich, das sich gegenwärtig überall beobachten lässt. Das Modifizieren des Körpers, das Fetischisieren von Dingen und die Rituale des BDSM; die Einnahme von Cannabis, Kokain, Amphetamin und MDMA; Writing, DJing, Breaking und MCing – allen untersuchten Praktiken ist gemeinsam, dass es Spiele sind, bei denen der Einsatz das Selbst ist. Im Vollzug dieser spielerischen Selbsttechniken geht das Subjekt verloren, um sich in veränderter Form wiederzugewinnen. Dies gilt, egal ob es sich um eine riskante Zurschaustellung von Leidenschaften handelt, um ein waghalsiges Spiel mit dem eigenen elektrochemischen Haushalt oder um eine wettkämpferische Selbstbehauptung aus einer prekären Situation heraus.

Das Spiel mit sich. (Kink, Drugs & Hip-Hop)
Kaleidogramme Bd. 103
April 2014
582 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
78 Abbildungen (zahlreiche farbig)
ISBN 978-3-86599-199-7
  • Info

    Mark Butler

    Dr. Mark Butler, geb. 1974 in New York, Studium der Europäischen Ethnologie und Kulturwissenschaft sowie Promotion in Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin; Arbeit als Futurologe bei der Society & Technology Research Group der Daimler AG; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung; wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Unabhängigen Institut für Umweltfragen e.V.; derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Europäischen Medienwissenschaft am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam und seit 2010 Koordinator des dort angesiedelten Digital Games Research Centers (DIGAREC).