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Marie-Louise Nigg

Gehen

Raumpraktiken in Literatur und Kunst

Was macht eine Stadt zur Stadt? Ihre physische Gestalt, ihre Topographie und geometrische Struktur zweifelsohne, aber mindestens genauso wichtig sind die darin agierenden Menschen und ihre Geschichten, die sprichwörtlich ihre eigenen verschlungenen Wege gehen. En passant produziert jede Erkundung einer Stadt vielschichtige, simultane Räume und Erzählungen. Sie mobilisieren uns oder bringen uns ins Stolpern, sie können auf Abwege führen und unsere Lektüregewohnheiten stören – insbesondere wenn die Gehbewegungen als Geschichten in Literatur und Kunst inszeniert und reflektiert werden.

Im Zentrum der raumwissenschaftlichen Arbeit von Marie-Louise Nigg stehen die beiden Schauplätze Berlin und Buenos Aires, die im Spiegel je eines Romans – »Allerseelen« von Cees Nooteboom und »Geografie eines Wartens« von Sergio Chejfec – sowie eines performativen, interaktiven Kunst- bzw. Theaterprojekts – die Berliner Version »Call Cutta« von Rimini Protokoll und Jorge Macchis »Buenos Aires Tour« – untersucht werden.

In der Gegenüberstellung der literarisch-künstlerischen Stadtentwürfe von Berlin und Buenos Aires stellt sich die spannende Frage, inwiefern ihre im Gehen realisierten Raumordnungen als Produkte einer signifikanten kulturellen Praxis oder Kodierung gelesen werden können.

Gehen
Kaleidogramme Bd. 151
Juni 2017
308 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
13 Abbildungen
ISBN 978-3-86599-352-6
  • Info

    Marie-Louise Nigg

    Marie-Louise Nigg ist Kulturwissenschaftlerin und Theoriedozentin im Bachelor- und Master-Studiengang für Kunst- und Kulturgeschichte an der Hochschule Luzern – Design und Kunst. Im Zentrum ihrer kulturwissenschaftlichen Lehr- und Forschungstätigkeit stehen Fragen der Aufmerksamkeit bzw. der Fremd- und Raumwahrnehmung sowie der Inter- und Transkulturalität.

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