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Georg Stanitzek (Hg.), Hartmut Winkler (Hg.)

Josias Ludwig Gosch.

Fragmente über den Ideenumlauf

Josias Ludwig Goschs ›Fragmente über den Ideenumlauf‹ ist eine Wiederentdeckung. Entstanden im Jahr 1789 gehört er in die Geschichte der deutschen Aufklärung, wie sie sich im Vorfeld der Französischen Revolution und dann in Auseinandersetzung mit ihr entfaltet. Gosch war, soweit biographische Fakten über ihn bekannt sind, eine durchaus schillernde Figur. Zwischen seriöser philosophischer Auseinandersetzung und Projektmacherei, Intervention auf der Seite des politischen Fortschritts und der Notwendigkeit, als Intellektueller zu überleben, ergibt sich ein facettenreiches Bild.
Für die Medienwissenschaft könnte Gosch zu einem tatsächlichen Klassiker werden. Der wunderbare Titel spricht es aus: Quer zu seiner Zeit, die alle Sorgfalt auf die Ideen selbst verwendet, schlägt Gosch vor, die Mechanismen des Ideenumlaufs zum Thema zu machen und damit die Sphäre jener ›Kommunikation‹, die heute Gegenstand der Medienwissenschaften ist. An der Schnittstelle zwischen Medientheorie und Ökonomie ist »Ideenumlauf« aber auch zugleich ein Appell an die »durchlauchtigste Obrigkeit«, nicht ausschließlich auf die Ökonomie zu starren, sondern auch die kulturelle Produktion und den Beitrag der Intellektuellen im Blick zu behalten!

Josias Ludwig Gosch.
Juni 2006
176 Seiten, 12 x 19 cm, broschiert
ISBN 978-3-931659-76-9

hg. v. Georg Stanitzek und Hartmut Winkler
  • Info

    Georg Stanitzek

    Univ.-Prof. Dr. Georg Stanitzek, 1974–1982 Studium der Germanistik, Geschichtswissenschaft und Philosophie in Köln und – seit 1978 – in Bielefeld (bei den Professoren Karl Heinz Bohrer, Jürgen Frese, Reinhart Koselleck, Niklas Luhmann, Wilhelm Voßkamp), 1986 Promotion (literaturhistorische Dissertation über »Blödigkeit« als Moment der Individualitätssemantik des 18. Jahrhunderts). 1986–1990 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts »Bildungsroman« im Sonderforschungsbereich »Bürgertum« (SFB 177) an der Universität Bielefeld. 1995–1998 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Interuniversitären Arbeitsgruppe »Sprache, Literatur, Kultur im Wandel ihrer medialen Bedingungen« in Köln. 1997 Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln (mit einer Arbeit über den deutschen Gegenwartsessay). WS 1997/98 Vertretung des Lehrstuhls Friedrich Kittler am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. 1999 Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Kulturwissenschaftlichen Forschungskollegs »Medien und kulturelle Kommunikation« (SFB-FK 247) an der Universität zu Köln. Seit 2000 Professor für Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft (mit dem Schwerpunkt Medien- und Literaturtheorie) im Fachbereich 3 der Universität Siegen. 2009 Ruf an die Ruhr-Universität Bochum/Rufabwehr.

  • Info

    Hartmut Winkler

    Prof. Dr. Hartmut Winkler1953 in Marburg geboren, 1972-75 Architekturstudium (Fachrichtung Städtebau) an der FH Darmstadt, Diplom. 1977-79 Anwendungsberater Städtebau beim Kommunalen Gebietsrechenzentrum Darmstadt. 1980-87 Zweitstudium an der Universität Frankfurt (Germanistik, Philosophie, Theater-, Film- u. Fernsehwiss.), Magister. 1981-86 Tätigkeit beim Institut Wohnen u. Umwelt in Darmstadt (Datenverarbeitung, Systemanalyse, Programmierung). 1988-91 Wissenschaftlicher Mitarbeiter Univ. -GH- Siegen (Fernsehforschung). 1991-97 Wissenschaftlicher Mitarbeiter JWG-Universität Frankfurt (Theater-, Film- und Medienwissenschaft). 1992 Promotion (Diss.: »Der filmische Raum und der Zuschauer«). 1997 Habilitation (Habil.-Schrift: »Docuverse. Zur Medientheorie der Computer«. 1997-1999 Vertretung, dann Zeitprofessur an der Ruhruniversität Bochum (Film- und Fernsehwissenschaft), seit 1999 Professur für Medienwissenschaft (Medientheorie und Medienkultur) Universität Paderborn; Aufbau der BA/MA-Studiengänge Medienwissenschaft; Gutachtertätigkeit für die DFG Drittmittelprojekte. 2001/02 Visiting Scholar UC Berkeley (USA) (Research). 2006 Forschungsaufenthalt in Paris; Initiator, Antragsteller und Sprecher des Graduiertenkollegs »Automatismen − Strukturentstehung außerhalb geplanter Prozesse« (gefördert durch die DFG, 1. 5. 2008-31. 10. 2012).