29,80 EUR
Sven Dierig (Hg.), Peter Geimer (Hg.), Henning Schmidgen (Hg.)

Kultur im Experiment

Mit Beiträgen von Bruno Latour, Timothy Lenoir, Casey Alt, Trudy Dehue, Sven Dierig, Thomas Fechner-Smarsly, Peter Geimer, Armin Schäfer, Joseph Vogl, Daniel Todes, Henning Schmidgen, Otniel Dror.

AIDS, Rinderwahnsinn, globale Erwärmung: Die Anzeichen mehren sich, dass unsere Gesellschaft zu einer Experimentiergesellschaft wird. Vor allem die Lebenswissenschaften scheinen die engen Grenzen des Labors verlassen zu haben. Was früher unter dem Mikroskop oder im Reagenzglas geschah, betrifft heute große Kollektive, ganze Bevölkerungen, mithin den gesamten Planeten. Manche sprechen schon vom »World Wide Lab«. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Die Beiträge in diesem Band spüren den immer enger werdenden Verzahnungen von Labor und Gesellschaft, von Experiment und Kultur nach: in der Geschichte des Tierversuchs, den frühen Formen des Körpertrainings und den experimentellen Verfahren der künstlerischen Avantgarde. Es geht um Gewebekulturen und Nervenkulturen, um Kybernetik, Bioinformatik und die Physiologie des Unmöglichen. In der schönen neuen Welt des »laboratory life« trifft Pavlov auf Nietzsche, Strindberg begegnet Crick & Watson. Anders gesagt, das Experiment erweist sich als Kulturfaktor, der bislang weitgehend unterschätzt worden ist.

»Vor unseren Augen verschwindet die Unterscheidung zwischen der Innenwelt und der Außenwelt der Laboratorien.« Bruno Latour

Kultur im Experiment
nicht lieferbar

Juni 2004
464 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
60 Abbildungen
ISBN 978-3-931659-66-6
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    Sven Dierig

    Prof. Dr. Sven Dierig studierte Biologie, mit den Schwerpunkten Biochemie und Physiologie, an der Universität Konstanz. Nach seiner Promotion im Fach Neurobiologie wechselte er an das Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Dort forschte er zu den Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Kunst und Technik und leitete eine von der Max-Planck-Gesellschaft und der Volkswagen Stiftung geförderte Arbeitsgruppe zur »Experimentalisierung des Lebens« (Mit H. Schmidgen /H.-J. Rheinberger). Sven Dierig unterrichtete am Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Berliner Humboldt-Universität und am Institut für Philosophie, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin. Nach seiner Habilitation im Fach Wissenschaftsgeschichte an der TU-Berlin beendete Sven Dierig seinen akademischen Lebenslauf als Privatdozent. Zur beruflichen Neuorientierung wechselte er 2006 an das Institut für Nanotechnologie der Forschungszentrum Karlsruhe GmbH (heute KIT). Die Initiative nanoValley.eu ging 2008 aus einem Wettbewerb des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg hervor und wird mit Mitteln der Europäischen Union kofinanzier.

  • Info

    Peter Geimer

    Prof. Dr. Peter Geimer, Studium der Kunstgeschichte, Neueren deutschen Literatur und Philosophie in Bonn, Köln, Marburg und Paris; 1997 Promotion in Kunstgeschichte (Die Vergangenheit der Kunst. Strategien der Nachträglichkeit im 18. Jahrhundert); 1997–1999 Postdoctoral Fellow am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin; 1999–2001 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich Literatur und Anthropologie der Universität Konstanz; 2001–2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte im Projekt Die Experimentalisierung des Lebens. Konfigurationen zwischen Wissenschaft, Kunst und Technologie; 2004–2010 Oberassistent an der Professur für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich; 2005–2009 Mitglied des Nationalen Forschungsschwerpunkts »Bildkritik«, Universität Basel; 2008 Habilitation in Kuntsgeschichte an der Universität Basel; 2010 Professur für Historische Bildwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Bielefeld; seit WS 2010/11 Professur für Neuere und Neueste Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin.

    • Peter Geimer (Hg.)  

      UnTot

      Existenzen zwischen Leben und Leblosigkeit

      broschiert, 244 Seiten
      24,90 EUR
  • Info

    Henning Schmidgen

    Prof. Dr. Henning Schmidgen, 1984–1997 Studium der Psychologie, Philosophie und Linguistik in Berlin und Paris. 1991–1992 Tätigkeit als klinischer Psychologe im FU-Klinikum Steglitz, Abteilungen für Psychiatrie (Dr. Horst Berzewski) und Neurochirurgie (Prof. Dr. Mario Brock). 1992–1993 Promotionsstipendium des Landes Berlin. 1994–1995 Jahresstipendium der Stiftung »Luftbrückendank«. 1996 Promotion in Psychologie, Psychologisches Institut, Freie Universität Berlin. 1997–2000 Postdoktorandenstipendium am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Abt. III: Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger), Berlin. 2000 Gründungsmitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle. 2000–2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Max-Plack-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Abt. III: Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger), Berlin. 2003 Visiting scholar, Program for History and Philisophy of Science, Stanford University, Stanford, CA. 2005–2006 Visiting Assistant Professor, Department of the History of Science, Harvard University, Cambridge, MA. 2009 Professeur invité, Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris. 2010 Paul Bunge-Award for Studies in the History of Scientific Instruments, Hans R. Jenemann-Stiftung/Gesellschaft Deutscher Chemiker. 2011 Habilitation an der Bauhaus-Universität Weimar, Lehrbefähigung für die Fächer Medienwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte. 2011-2014 Professur für Medienästhetik, Universität Regensburg. Seit 04/2014 Professur Theorie medialer Welten, Bauhaus Universität Weimar.

    • Henning Schmidgen (Hg.)  
      broschiert, 474 Seiten
      29,80 EUR