29,80 EUR
Henning Schmidgen (Hg.)

Lebendige Zeit

Mit Beiträgen von Ian R. Bartky, Claude Debru, Mary Anne Doane, Peter Galison, James Griesemer, Christian Kassung, Christopher Kelty, Sanford Kwinter, Hannah Landecker, Jakob Messerli, Henning Schmidgen, Marianne Sommer, Julia Voss, Bettina Wahrig, Grant Yamashita.

Wissenschaft und Technik prägen in zunehmendem Maße unser Verständnis und unser Erleben von Zeit. Datennetze und Satellitensysteme führen zur Synchronisierung im globalen Maßstab, während Genetiker mit neuem Deutungsanspruch die Vergangenheit und Zukunft von Lebewesen bestimmen. Neurobiologen entdecken Zeitabstände im menschlichen Gehirn, die das Selbstverständnis des modernen Subjekts zu untergraben scheinen. Die Beiträge in diesem Band verdeutlichen, dass sich diese Situation keiner allgemeinen Tendenz zur Beschleunigung und keinem linearen Fortschritt verdankt. Seit dem 19. Jahrhundert sind es vielmehr spezifische, lokale Bewegungsgefüge, die – aufgestellt in Laboratorien, Museen und Fabriken – unser Wissen über die Zeit und das Leben formen. Das gilt für die Physiologie Claude Bernards ebenso wie für die Psychoanalyse Sigmund Freuds, für Einsteins Relativitätstheorie ebenso wie für die Artificial Life-Programme der heutigen Bioinformatik. Damit von Zeit überhaupt die Rede sein kann, müssen die Bewegungen von Menschen, Maschinen und Tieren, von Bildern, Dingen und Schriften unterbrochen und neu kombiniert werden.

»Wenn Experimentalsysteme ein ›Eigenleben‹ haben, dann haben sie auch eine eigene Zeit.« Hans-Jörg Rheinberger

Lebendige Zeit
August 2005
474 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
100 Abbildungen (mit farbigen Tafelteil)
ISBN 978-3-931659-69-1
  • Info

    Henning Schmidgen

    Prof. Dr. Henning Schmidgen, 1984–1997 Studium der Psychologie, Philosophie und Linguistik in Berlin und Paris. 1991–1992 Tätigkeit als klinischer Psychologe im FU-Klinikum Steglitz, Abteilungen für Psychiatrie (Dr. Horst Berzewski) und Neurochirurgie (Prof. Dr. Mario Brock). 1992–1993 Promotionsstipendium des Landes Berlin. 1994–1995 Jahresstipendium der Stiftung »Luftbrückendank«. 1996 Promotion in Psychologie, Psychologisches Institut, Freie Universität Berlin. 1997–2000 Postdoktorandenstipendium am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Abt. III: Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger), Berlin. 2000 Gründungsmitglied der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin, und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Halle. 2000–2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Max-Plack-Institut für Wissenschaftsgeschichte (Abt. III: Prof. Dr. Hans-Jörg Rheinberger), Berlin. 2003 Visiting scholar, Program for History and Philisophy of Science, Stanford University, Stanford, CA. 2005–2006 Visiting Assistant Professor, Department of the History of Science, Harvard University, Cambridge, MA. 2009 Professeur invité, Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris. 2010 Paul Bunge-Award for Studies in the History of Scientific Instruments, Hans R. Jenemann-Stiftung/Gesellschaft Deutscher Chemiker. 2011 Habilitation an der Bauhaus-Universität Weimar, Lehrbefähigung für die Fächer Medienwissenschaft und Wissenschaftsgeschichte. 2011-2014 Professur für Medienästhetik, Universität Regensburg. Seit 04/2014 Professur Theorie medialer Welten, Bauhaus Universität Weimar.

    • Sven Dierig (Hg.), Peter Geimer (Hg.), Henning Schmidgen (Hg.)  
      broschiert, 464 Seiten
      29,80 EUR