26,90 EUR
Jens Ruchatz, Stefan Willer, Nicolas Pethes (Hg.)

Das Beispiel.

Epistemologie des Exemplarischen


Gegenstand des Buches ist ein gewöhnlich marginalisiertes und doch beharrlich präsentes Mittel der Plausibilisierung, Initiierung und Suggestibilisierung von Diskursen: das Beispiel, das in rhetorischen Regelwerken, wissenschaftlichen Argumentationszusammenhängen und populären Ikonisierungen gleichermaßen zu Hause ist. Der im Lauf seiner wandelhaften Geschichte mehr oder weniger konstante Bezug von Regel und Einzelfall, der für jede Epistemologie des Exemplarischen konstitutiv ist, wird dabei als Form und Dynamik der Wissensproduktion in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen kenntlich.
Der Band erstellt zunächst eine ausführliche Systematik, mit deren Hilfe rhetorische, wissensabbildende, wissensbildende und normative Funktionen des Beispiels unterschieden werden. Es folgen Einzelbeiträge, die sich als Fallstudien zur Epistemologie des Exemplarischen von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart begreifen. In ihnen wird diskutiert, wie Beispiele in verschiedenen Wissensbereichen verwendet, thematisiert und bewertet werden und welche verschiedenen Erscheinungsformen und Markierungen sie kennen. Im Zusammenspiel der beiden Teile ergibt der Band ein historisch-systematisches Handbuch des Exemplarischen. – Mit Beiträgen von Safia Azzouni, Christina Bartz, Maximilian Bergengruen, Ulrike Bergermann, Charlotte Coulombeau, Franz Dornseiff, Michael Eggers, Christiane Frey, Markus Friedrich, Davide Giuriato, Susanne Lüdemann, David Martyn, Regine Munz, Andreas Pecar, Nicolas Pethes, Hedwig Pompe, Jens Ruchatz, Rainer Schützeichel, Robert Stockhammer, Daniel Weidner und Stefan Willer

Das Beispiel.
LiteraturForschung
Januar 2007
0 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert
ISBN 978-3-86599-038-9
  • Info

    Stefan Willer

    Stefan Willer ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 2010 bis 2018 war er stellvertretender Direktor des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Zukunftskonzepte in Literatur und Wissenschaften, die Kultur- und Wissensgeschichte von Generation, Genealogie und Vererbung, Verbindungen zwischen Literatur und Musik sowie Sprach- und Übersetzungstheorien. Buchveröffentlichungen (Auswahl): »Zukunftssicherung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven« (Mithg., 2019); »Oper und Film. Geschichten einer Beziehung« (Mithg., 2019); »Futurologien. Ordnungen des Zukunftswissens« (Mithg., 2016); »Erbfälle. Theorie und Praxis kultureller Übertragung in der Moderne« (2014); »Prophetie und Prognostik« (Mithg., 2013); »Das Konzept der Generation. Eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte« (Mitvf., 2008); »Das Beispiel. Epistemologie des Exemplarischen« (Mithg., 2007); »Poetik der Etymologie. Texturen sprachlichen Wissens in der Romantik« (2003).