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Matthias Eckoldt

Medien der Macht – Macht der Medien

Seit die Massenmedien unaufhörlich senden, umgibt den modernen Menschen ein sich selbst verstärkendes Gefüge aus Meldungen, Artikeln, Reportagen, Nachrichten, Werbespots und Unterhaltungssendungen. Im Effekt dieser medialen Dauertätigkeit auf allen verfügbaren Kanälen von Print über Radio bis Fernsehen und Internet wird die sinnlich wahrnehmbare Realität selbst medial. Die Straße wird zur Markenzone, auf der die Menschen Kleidungs-Codes wie einst Blicke tauschen. Das unendliche Gespräch dreht sich um die Top Ten der Nachrichtenwelt, um die medial vertraute Ferne und um das Mehr-Wissen der Spiegel-Leser. Selbst unmittelbar Erlebtes findet Kommunikationsnischen nur zu den Bedingungen der Massenmedien.
Die hochgradig selektive und immer dramatische Realität der Massenmedien ist kein Abbild der Wirklichkeit, wohl aber der Gesellschaft. Denn man wird das, was man sieht, wie bereits der Vater der modernen Medientheorie Herbert Marshall McLuhan wusste. Die Funktion der Massenmedien besteht nicht darin, der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten, damit sie sich selbst erkennt. Vielmehr führen die Massenmedien der Gesellschaft ein Bild vor Augen, an dem sie sich zu orientieren hat. Die Disziplinarmacht geht mit der totalen Präsenz der Massenmedien in eine neue Runde. Wesentlich perfider und zugleich effektiver überwacht sie nicht mehr nur die erste, unmittelbar wahrnehmbare Realität, sondern gibt vor allem eine zweite, mediale Realität vor, in der die Unterscheidung von Überwacher und Überwachtem kollabiert. Der moderne Mensch sitzt nicht potentiell im Gefängnis der ersten Realität, sondern er kommt aus der zweiten Realität nicht mehr heraus. Kein Jenseits der Medien ist auszumachen. Die Macht der Medien ist so absolut, dass sie tatsächlich auch die Tage ins Format zu setzen versteht.
Das Buch analysiert die reale und realitätsgebende Macht der Medien und widmet sich den Medientechniken moderner Machtausübung. Massenmedien werden als »task force« der Disziplinarmacht begriffen.

»Mit deutlicher Faszination an den Denkmöglichkeiten der Theorie, ist mit ›Medien der Macht – Macht der Medien‹ ein Buch entstanden, das die soziologische Forschung ebenso anregen kann wie die Kampagnen der Werber und der Subversiven. Fast am meisten überrascht mich, dass man neues Material erhält, um Forschung, Werbung und Subversion doch klarer voneinander unterscheiden zu können, als es andere Theorien der ›Mediengesellschaft‹ zuweilen behaupten.« Dirk Baecker

Medien der Macht – Macht der Medien
Kaleidogramme Bd. 29
September 2007
214 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert
ISBN 978-3-86599-031-0
  • Info

    Matthias Eckoldt

    Dr. Matthias Eckoldt (* 24. Dezember 1964 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller, Dozent und Radioautor, der sowohl auf künstlerischem wie auch auf wissenschaftlichem Gebiet hervorgetreten ist. Eckoldt studierte Philosophie, Medienwissenschaft und Germanistik an der Humboldt-Universität Berlin und promovierte über Systemtheorie und Foucault'sche Machtanalytik mit einer Schrift über »Das Machtdispositiv der Massenmedien«.

    • Matthias Eckoldt  

      TopIdioten

      Erzählungen aus dem Reich der Verführung

      gebunden, 136 Seiten
      12,80 EUR