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Eduard Jan Ditschek (Hg.), Tatjana Hofmann (Hg.)

Sergej M. Tret’jakov - Ich will ein Kind!

Band 2: Aufführungen und Analysen

die leitung der inszenierung von tretjakows stück hat mich als regisseur um vieles erfahrener gemacht. zunächst war ja gedacht, dass ich die regie allein übernehme. in den vorbereitenden konzeptionellen gesprächen sprudelten aber die szenischen ideen der studenten – sie waren ja theaterwissenschaftler und bestens auf dramaturgische denkweisen ausgerichtet – derart, dass ich zunehmend dachte, dass dieser reichtum nicht durch eine vereinheitlichende, rundmachende regiehand bevormundet werden sollte. so entschieden wir, ganz im sinne der montage der attraktionen, dass die szenen von jeweils einem regieteam inszeniert werden, und meine aufgabe bestand darin, im sinne der jeweiligen szene ordnend und verdeutlichend zu unterstützen, nicht aber die disparatheit anzutasten, nicht die einheit der widersprüche in eine der gleichgeschalteten teile zu verwandeln. gedankliche und szenische anschlüsse mussten unter dieser prämisse neu gedacht bzw. erfunden werden. so übergaben sich die verschiedenen spielerinnen der milda jeweils die jacke mit dem M. der zuschauer war aufgefordert, ja gezwungen, immer wieder diskontinuitäten zu integrieren, d. h. sein anteil an der erzählung war erheblich.

peter konwitschny

Sergej M. Tret’jakov - Ich will ein Kind!
Juni 2019
359 Seiten, 15 x 23 cm, broschiert,
13 Abbildungen
ISBN 978-3-86599-386-1
  • Info

    Eduard Jan Ditschek

    Dr. Eduard Jan Ditschek studierte Germanistik, Politologie und Literaturwissenschaft in Freiburg im Breisgau, Marburg, Heidelberg und Berlin. Er promovierte 1987 mit einer Arbeit über Theater und Film der russischen und deutschen Avantgarde der 1920er Jahre. Von 1981 bis 2010 war er Dozent, Programmbereichsleiter und Leiter in der Berliner Erwachsenenbildung. Er hat zahlreiche Beiträge zu Bildung und Kultur veröffentlicht und ist seit 2013 Mitglied im Redaktionsteam der Zeitschrift Erwachsenenbildung und Behinderung.

  • Info

    Tatjana Hofmann

    Dr. phil. Tatjana Hofmann hat Europäische Ethnologie, Slavistik und Germanistik in Berlin studiert und wurde mit einer Arbeit zu urbanen, lokalen und nationalen Raumsemantiken in postsowjetischer ukrainisch- und russischsprachiger Literatur an der Universität Zürich 2012 promoviert. Von 2013 bis 2017 ist sie Redaktionsmitglied der komparatistischen Zeitschrift der UZH "Variations" gewesen. Seit 2013 arbeitet sie am Slavischen Seminar im SNF-Projekt "Reisetexte von Sergej M. Tret’jakov bzw. Avantgardistische Topograf(i)en der frühen Sowjetunion". Ihre Habilitationsschrift "Der mediale Blick als Sozialkritik? Die Reiseskizze zu Beginn und nach dem Ende der Sowjetära" untersucht das Verhältnis von Journalismus, Literatur und Reisepraktiken bei der (De-)Konstruktion der Sowjetunion.

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