Im Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte 28 (2026) hat Adrian Wetter »Wer war WM? Auf den Spuren eines Televisionärs: Wolfgang Menges Leben und Werk« rezensiert.
Ein Auszug:
Mit Wer war WM? kehrt Gundolf S. Freyermuth zu Wolfgang Menge zurück – in doppeltem Sinne: Nach der Herausgabe der Akten einer thematischen Konferenz in Der Televisionär: Wolfgang Menges transmediales Werk (2016) handelt es sich um sein zweites Buch zu Leben und Schaffen Menges. Zugleich erzählt Freyermuth aber auch die Geschichte der 25-jährigen Freundschaft, die die beiden verband. Gespeist aus persönlichen Erinnerungen und Gesprächen mit Familie und Freunden Menges sowie aus Materialien des in der Deutschen Kinemathek in Berlin gelagerten Nachlasses zeichnet Freyermuth ein knappes Jahrhundert nach, beginnend beim Kennenlernen von Menges Eltern im Berlin der 20er Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 2012. Die Erzählung ist dabei ebenso eine Biografie von Wolfgang Menge wie auch der Bonner Republik. [...] Die Verschränkung aus Einblicken in das professionelle und private Leben beinhaltet zwar Banalitäten wie den Geiz des späten Menge – trotz seines konsiderablen Wohlstands. Sie präsentiert aber auch einen akribischen Arbeiter, der in den Willen zu populärem, massenwirksamem Erzählen einen journalistischen Anspruch zu integrieren versucht, um sein Publikum mit didaktischem Impuls anzusprechen. Diesen Weg hat er über seine Karriere hinweg verfolgt und an seinen Höhepunkten so, wie auch Knut Hickethier an anderer Stelle dargestellt hat, Wegweisendes zur Entwicklung des deutschen Fernsehens beigetragen. Das hat ihn, wie Freyermuth schreibt, zum berühmtesten, vielleicht sogar einzigen wirklich berühmten Fernsehautoren der Bundesrepublik gemacht. Es handelt sich insgesamt um eine lesenswerte Darstellung einer prägenden Figur der deutschen Mediengeschichte, die zugleich Einblicke in die Evolution letzterer gibt.
Zur gesamten Rezension (Open Access) geht es hier.
