17.09.2026

Kadmos goes Frankfurt!Unser Newsletter zur Frankfurter Buchmesse

Wir stecken mitten in den Vorbereitungen der Frankfurter Buchmesse – die Logistikesel müssen beladen, die Werbehörnchen verkleidet und die Verkaufskatzen geschult werden. Zudem haben wir eine tierisch gute Lesung geplant. Es gibt aber noch weitere spannende Neuigkeiten!

Worüber wir uns diesen Monat sehr gefreut haben: Die »Bremer Tiere« von Marie Parakenings sind auf der Shortlist für Deutschlands Schönstes Regionalbuch! Nominiert sind sie in der Kategorie »Touristische Entdeckung«; auf der Frankfurter Buchmesse wird entschieden, welches Buch den Hauptpreis gewinnt. Wenn Sie schon mal mit uns feiern wollen: Dieses Wochenende werden wir auf der Veggienale in Bremen dabei sein, und wir dürfen 10 Freicodes weitergeben. Diese können Sie unter www.veggienale.de/tickets in ein kostenloses Ticket umwandeln. Who comes first, grinds first!
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Im September bei uns erschienen ist »Küche, Kochen, Konsumieren. Eine Gesellschaftsgeschichte von Mahlzeiten und Medien« von Anatol Schneider. Kochbücher gibt es in jedem Haushalt. Über ihr Vorhandensein lässt sich so wenig hinwegsehen wie über den Umstand, dass darüber nur vereinzelt nachgedacht wird. Sowohl für Liebhaber als auch für Verächter dieser Literaturgattung ist dabei leicht zu erkennen, dass im Kochbuch zwei elementare Aspekte zusammenfinden – die Präparierung von Nahrungsmitteln für den Verzehr und die Verbreitung der hierzu notwendigen Regeln durch die Medien. Das Kochbuch kann damit als Beispiel für ein allgemeineres Problem betrachtet werden, nämlich, die Ernährung der Einzelnen über Medien an die Gesellschaft anzuschließen. Ein solches Medium ist bereits die Sprache. Zirkulieren Informationen über die Ernährung also zunächst im Rahmen von Interaktionen, gewinnt anschließend die Schrift Bedeutung, dann der Buchdruck und schließlich die elektronischen und digitalen Medien. Und jede dieser Entwicklungsstufen setzt neue Akzente, wie die vorliegende Gesellschaftsgeschichte, die im Spannungsfeld von Mahlzeiten und Medien angesiedelt ist, an ausgewählten Beispielen zeigen möchte.

Zudem ist die Neuauflage von »Galizien und Lodomerien. Eine Spurensuche« von Marc Sagnol bei uns eingetroffen. Er durchstreift die ehemaligen »Kronländer« Galizien und Lodomerien, die heute vor allem auf dem Gebiet der westlichen Ukraine liegen. Die persönliche wie historische Spurensuche führt ihn zur verschollenen österreichischen, polnischen und jüdischen Kultur des ehemaligen Vielvölkerlandes und den zahlreichen Schriftstellern, die dort gelebt und geschrieben haben. Orte werden sichtbar – Grodek, Lemberg, Bels, Drohobycz, Brody, Stryj, Bolechow, Czortkow –, die im gegenwärtigen Gedächtnis meist nicht mehr präsent sind, und Texte vielfältiger Autoren erkundet – von Sacher-Masoch und Karl Emil Franzos über Georg Trakl, Joseph Roth, Bruno Schulz, Samuel Agnon, Soma Morgenstern, Stanislaw Lem bis zu weniger bekannten Namen wie Jiri Langer, Debora Vogel, Artur Sandauer, Julian Stryjkowski und Andrzej Kusniewicz. Die Figuren und Geschichten ihrer Werke werden aus dem Vergessen geholt und erscheinen in ihrer ganzen Plastizität und Lebendigkeit vor unseren Augen. Ein Leitfaden der Suche bleibt die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung von Galizien in der Shoah und die damit verbundene unwiderrufliche Zerstörung einer blühenden Kultur. Damit beschäftigt sich auch der zusätzliche Essay »Rückkehr nach Leopolis« – beeindruckt durch die Lektüre des Buches von Philippe Sands – und folgt den Spuren dieser Vernichtung im Ghetto von Lemberg.

Für Oktober geplant ist »Die Erziehung der Einbildungskraft. Idee, Geschichte und Technik des Theaters« von Hugo Fischer, herausgegeben von Heiko Christians. Hugo Fischer (1897–1975), deutscher und britischer Staatsbürger, war Ideenhistoriker, Philosoph, Kultursoziologe und Essayist. Zu seinem Freundeskreis zählten Ernst Jünger, Alexander Mitscherlich, Thomas Masaryk und Bertrand Russell. Mit dem hier vorgelegten Buch, das zwischen 1940 und 1945 im Exil entstand, führt der Autor uns – von London aus – kundig in die schillernde Welt des europäischen Theaters der 1920er und 30er Jahre ein – in seine Architektur, seine Stücke, seine Stars, sein Management, seine Technik und seine Ästhetik. Gleichzeitig erzählt Hugo Fischer die Geschichte des Theaters als politische, ethische und kulturelle Institution und Utopie von seinen antiken Anfängen bis zum 20. Jahrhundert. Diese Wiederentdeckung ist ein emphatisches Plädoyer für das Theater als Mittelpunkt menschlicher Gemeinschaften. Der neue, opulente Bildteil erlaubt es uns, das Theater noch einmal mit den Augen einer seiner stärksten Befürworter zu sehen. Das Buch liefert ein wunderbares kulturhistorisches Panorama und wurde einst geschrieben, um einer in Trümmern liegenden Welt Hoffnung zu geben.

Außerdem werden zur Buchmesse die letzten drei Kalender in unserer 2027er-Reihe erscheinen: Die beiden Klassiker »Street’n’Art« und »SIGNS« sowie, ganz neu, der »Wohlwollende Sch(l)afkalender«! Mit dem Code »Wolle« sparen Sie 2,99€ bei der Vorbestellung einer der drei Kalender.

Zuletzt noch kleiner Buchtipp angesichts der aktuellen Wahlergebnnise: »Die Wende ging schief oder warum Biografie mehr als nur eine rein persönliche Angelegenheit ist« von H. Johannes Wallmann. Die Wende ging schief ist nicht nur der authentische Zwischenbericht von einem engagierten und spannungsvollen Künstlerleben (der Autor verließ mit seiner Familie nach einem kulturpolitisch begründeten Ausreiseantrag und jahrelangen Schikanen 1988 die DDR), ist nicht nur eine ernüchternde Diagnose deutscher Gegenwart, sondern formuliert eine Vision, die auf totalitär beeinflusste Mentalitäten und Zustände antwortet.

Besuchen Sie uns vom 07.-11. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 3.0 an Stand B74! Am Messesamstag um 16 Uhr werden wir auf der Leseinsel der Unabhängigen Verlage den neuen Band in Marie Parakenings‘ Tierguide-Reihe vorstellen: »Frankfurter Tiere. Ein kleiner Guide für Naturbanausen & Stadtkinder«. 780.000 Einwohner*innen und mehr als 200 Banken sind in Frankfurt ansässig. Aber nicht nur Kröten und Mäuse fühlen sich in Frankfurt wohl – wer sich in die luftigen Höhen der Frankfurter Wolkenkratzer wagt, kann die ebenfalls höhenliebenden Wanderfalken beobachten, die den 67. Stock der Commerzbank bewohnen. Aber auch die widerständigen Siebenschläfer, die den Flughafen lahmlegten oder die gut genährte Ratte, die aus einem Gullideckel gerettet werden musste, dürfen nicht fehlen. Und nicht zu vergessen die 230.000 Bücherwürmer, die jedes Jahr über die Stadt herfallen... In Frankfurt ist eben tierisch viel los! Wenn Sie es nicht zur Lesung schaffen, können Sie sich diese auch hier bequem von zu Hause aus anschauen. Wir werden auch wieder am Gruppenevent »Wir tanzen aus der Reihe« der Kurt Wolff Stiftung teilnehmen, wo wir Sie am Messedonnerstag um 17 Uhr an unseren Stand einladen. Plaudern Sie bei einem Getränk über die Bücher der Herbstsaison und mehr. Wir freuen uns auf Sie!

Herzliche Grüße
Ihr Wolfram Burckhardt
und das Team des Kulturverlags Kadmos Berlin

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