Der August war flunderbar für uns! Nach dem einen oder anderen Ausflug an die Ostsee sind wir nun (erstmal) wieder in der Heimatstadt Berlin. Unsere Packesel scharren aber schon mit den Hufen, denn auch im September werden wir viel unterwegs sein.
Was wir mit im Gepäck haben werden, worüber wir uns abgöttisch freuen: »Göttinnen und Gattinnen. Frauen im antiken Mythos« ist aus dem Druck und bald wieder lieferbar! Monströs wie Medusa, schön wie Aphrodite, treu wie Penelope – Frauen im antiken Mythos werden oft auf Rollenbilder reduziert. Neue Lesarten der Mythen und die antiken Zeugnisse selbst zeigen aber ein vielfältigeres Bild. Die Berliner Antikensammlung geht diesem Phänomen anhand von Objekten aus ihrem Bestand nach: von lebensgroßen Statuen über detaillierte Vasenbilder bis zu kleinen Schmuckstücken; von bekannten Highlights bis zu nie gezeigten Stücken aus den Depots. Das reich bebilderte Begleitbuch zur Ausstellung stellt ausgewählte Göttinnen und Heldinnen vor. Essays und Interviews zu aktuellen Perspektiven auf Mythen, Quellen und Objekte erweitern den Blick auf das Thema.
Ebenfalls wieder lieferbar ist nun eines unserer ersten Bücher: »Von der Souveränität. Ein Anti-Gesellschaftsvertrag« ist in neuer Auflage erschienen. Geschrieben nach der Revolution, im Schweizer Exil, ist Joseph de Maistres Werk »Von der Souveränität« das Gegenstück zu dem zentralen Werk der politischen Literatur des 18. Jahrhunderts, dem Rousseauschen Gesellschaftsvertrag. Während Rousseau über die Konstruktion einer ursprünglichen Gewaltübertragung die Grundlage der modernen Gesellschaft weniger begründet als vielmehr beschwört, ist de Maistres Position von unerschütterlichem Skeptizismus bestimmt. Diese antimoderne Reaktionsbildung freilich lässt (glänzend formuliert und von schwarzer Luzidität) die verdrängten Fragen und Hohlräume der frühen Moderne zur Sprache kommen.
Im September wird zudem »Ästhetische Fiktionen. Perspektiven transmedialer Fiktionstheorie« von Jürgen Riethmüller erscheinen: Ästhetische Fiktionalität ist recht offensichtlich ein medienübergreifendes Phänomen; antike Skulpturen und Theateraufführungen, zeitgenössische Werbung und Computerspiele, aber auch die Oper, Hörspiele und manche Selfies als alltägliche Bildinszenierungen bedienen sich gleichermaßen dieser alten Kulturtechnik ausgedachter Bilder und Geschichten. Der kulturtheoretische Diskurs seit der Antike hat dieser prinzipiellen Transmedialität kaum Rechnung getragen, und Fiktionalität ist, jenseits philosophischer Debatten um Fiktion und Wirklichkeit etc., hier eigentlich nur im Bereich der Literatur- und, eingeschränkter, der Filmwissenschaften Thema gewesen. Der vorliegende Band versucht sich an einer Korrektur dieser eigenartigen »Aufteilung des Sinnlichen«, an deren Ende der Begriff der Fiktion im postmodernen Theoriediskurs symptomatischerweise eine geradezu ungeheure Prominenz gewinnen konnte, nur nicht mehr auf ästhetische Praktiken oder gar die Kunst bezogen.
Es gab außerdem zwei spannende Rezensionen: Manuela Sonntag bespricht im Spektrum der Wissenschaft »Das Kreditkarten-Buch. Geschichte und Theorie des digitalen Bezahlens.« Sie schreibt: »Abwechslungsreich wird die Lektüre auch durch viele Alltagsbeispiele – etwa zum Diebstahl von Kartenrohlingen oder zum Vortäuschen von Identitäten. (…) Nach der Lektüre dieses Buchs wird man den Einsatz von Kreditkarte oder Bezahl-App sicher mit anderen Augen sehen.« Hier geht es zur Rezension.
Und in der aktuellen Buchkultur bezeichnete Maria Nowotnick unsere Flirtende Fauna. Ein tierischer Ratgeber für einsame Wölfe & Turteltäubchen als »ein hübsches Geschenkbuch für alle, die (exotische) Tiere mögen.« Dem können wir nur zustimmen!
Falls Sie auch Tipps brauchen, um kein einsamer Wolf zu werden: Dieses Wochenende sind wir unter anderem bei Kunst am Sonntag am Ludwig-Beck-Platz, bei der Kunstallee in Charlottenburg sowie beim ufa Boulevard anzutreffen. Wir werden aber auch wieder beim Bücherfest im Kloster Chorin am 12.09. dabei sein. Am 19./20. September sind wir zudem in Bremen für die Veggienale, werden aber auch hier in Berlin beim Späthschen Traditionsfest und beim Kartoffelfest in der Domäne Dahlem sein. Und zu guter Letzt werden wir am letzten Septemberwochenende erstmals beim Golden Summer auf dem Schloss Moyland teilnehmen. Kommen Sie vorbei, unsere heroischen Hörnchen & famosen Füchse freuen sich auf Sie (sie beißen auch nicht, versprochen!). Zu allen unseren Veranstaltungen und Terminen geht es hier. Wenn Sie es nicht schaffen: Noch können Sie den Code »KuhlerSommer« nutzen, um 2,99€ auf unsere Kalender auf der Website zu sparen.
Herzliche Grüße
Ihr Wolfram Burckhardt
und das Team des Kulturverlags Kadmos Berlin
