19,90 EUR
Marie-Luise Angerer (Hg.), Naomie Gramlich (Hg.)

Feministisches Spekulieren

Genealogien, Narrationen, Zeitlichkeiten

Es ist eines der zentralen feministischen Anliegen, die realitätskonstituierende Wirkmacht von Narrationen für die Vorstellung von Geschichte und Gegenwart ernst zu nehmen. Während ab den 1960er-Jahren Science-Fiction-Autor*innen das Spekulative zum Imaginieren und Fabulieren von Post-race und Post-Gender-Welten nutzten, zeichnet sich seit einiger Zeit eine Veränderung in der feministischen Bezugnahme auf das Spekulative ab. Autor*innen wie Donna J. Haraway, Saidiya Hartman und Anna L. Tsing schlagen das Fabulative und Spekulative für eine andere Sicht auf das Jetzt und Hier vor, um sich der Komplexität von Klimawandel, Anthropozän und Dekolonisierung anzunehmen. Statt eine geschlossene Erzählung über etwas zu erzeugen, zeichnen sich die verschiedenen Unternehmungen feministischen Spekulierens durch besondere Modi der Situierung, Relationalität, Verantwortung und Offenheit aus.
Der Band verfolgt eine Theorie- und Diskursgeschichte feministischer Genealogien, die ein besonderes Augenmerk auf Fragen der spekulativen Narrationen und Zeitlichkeiten legen. Dabei werden Autor*innen wie Luce Irigaray, Ursula K. Le Guin oder Hélène Cixous wieder- und neugelesen sowie Fragen nach dem kritischen Potenzial des Möglichen und Spekulativen für die Gegenwart aufgeworfen.

 

Geschichte(n)
… wiedererzählen … neu erfinden


Genealogien
… neu verbinden … (anders) situieren


Zeitlichkeiten
… in ihrer Chronologie hinterfragen … durcheinanderbringen

Das Buch ist unter der ISBN 978-3-96750-006-6 zum Preis von 14,99 EUR in allen gängigen Webshops als ePDF erhältlich.

Feministisches Spekulieren
August 2020
240 Seiten, 15 x 23 cm, Klappenbroschur,
14 Abbildungen (farbige)
ISBN 978-3-86599-446-2
  • Info

    Marie-Luise Angerer

    Marie-Luise Angerer ist Professorin für Medientheorie/Medienwissenschaft an der Universität Potsdam, Geschäftsführende Direktorin des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften (ZeM) in Potsdam sowie Sprecherin des Forschungskollegs »Sensing. Zum Wissen sensibler Medien« (gefördert durch die VolkswagenStiftung). Sie war Gastprofessorin an der Hochschule der Künste zu Berlin (1997) und der Central European University in Budapest (1998), Vertretungsprofessorin an der Ruhruniversität Bochum (1998−2000) sowie Professorin für Medien- und Kulturwissenschaften/Gender Studies an der Kunsthochschule für Medien Köln (2000−2015).

  • Info

    Naomie Gramlich

    Naomie Gramlich ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Künste und
    Medien in Potsdam und arbeitet an einer Promotion zum Thema Post-/Kolonialismus,
    Medienmineralien und Extraktivismus. Sie studierte Kunstgeschichte an der
    Freien Universität Berlin, Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik an
    der Technischen Universität Berlin und Europäische Medienwissenschaft an der
    Universität Potsdam.