31. Oktober 2019

Wir sind Leuchtturm!

Wir sind Leuchtturm!

Unser Newsletter im Oktober

Die Frankfurter Buchmesse ist vorbei und wir kriegen das Strahlen nicht aus unseren Gesichtern. Denn: Wir sind Leuchtturm! Womöglich haben Sie es bereits mitbekommen, der Kulturverlag Kadmos wurde mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet, der dieses Jahr zum ersten Mal von unserer Staatsministerin für Kultur und Medien, Frau Monika Grütters, ausgeschrieben wurde. Damit gehört unser Verlag zu den 67 ausgezeichneten Verlagen, welche Frau Grütters in einem Artikel des Börsenblatts anerkennend als »Leuchttürme in unserer weltweit einzigartig vielfältigen Literaturlandschaft« bezeichnete. Dieser Preis, der der Arbeit von kleinen, unabhängigen Verlagen Würdigung und Aufmerksamkeit entgegenbringt, ist für uns natürlich eine große Ehre und ein wunderbares Präludium für das 25-jährige Kadmos-Verlagsjubiläum im nächsten Jahr. Die feierliche Preisverleihung am 18. Oktober war für uns sicherlich der Höhepunkt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (Bildnachweis zum Foto-Anhang: Bundesregierung: Reimold).

Doch die Tage in Halle 4.1 waren natürlich auch mit weiteren großartigen Ereignissen gespickt. So sind zum Beispiel gleich drei neue Titel erschienen. Darunter Matthias A. K. Zimmermanns »KRYONIUM. Die Experimente der Erinnerung«. Das Buch, das als erster »echter« Roman in die Verlagsgeschichte von Kadmos eingeht, setzt sich in einer spannenden Geschichte mit den Themen Virtualität und Erinnerungen auseinander. Es verschränken sich darin Elemente des Science-Fiction- und des Fantasy-Genres, wenn die Hauptfigur versucht aus einer repressiven Welt, in der sie ohne Erinnerung lebt, auszubrechen und dabei in einen Strudel aus rätselhaften Begegnungen und magischen Paranoia gerät. Das Buch ist ein technoides Märchen und eine fesselnde Erzählung mit einer überraschenden Wende. Eine Leseprobe zum Buch finden Sie hier.

Des Weiteren ist ab sofort »Die Menge der Menschen. Eine Figur der politischen Ökologie« von Leander Scholz erhältlich. Dieser Titel zum Thema Wachstumskritik ist nicht nur nach einem fünftägigen Aufenthalt in vollen Messehallen unter Frischluftentzug eine überaus interessante Lektüre. Das Buch stellt einen Beitrag zur Genealogie des ökologischen Denkens dar und macht deutlich, wie sehr das ökonomische und demographische Wachstum seit dem Zeitalter der Industrialisierung aneinander gebunden sind.

Allmählich kehrt nun wieder Normalität ein. Und (welch schöne Überleitung!) auch zu diesem Thema haben wir ab sofort ein spannendes neues Buch in petto: »Die große Klammer. Eine Theorie der Normalität« ist eine ungefähre Theorie eines unsauberen Autors zu einem unordentlichen Thema. In seinem essayistischen Text umschreibt Hans Martin Esser den Begriff der Normalität und er geht der Frage nach, ob es eine Form der Normalität gibt, eine »große Klammer«, welche in Anspruch nehmen kann, über anderen zu stehen. Dieses Buch widersetzt sich bewusst dem akademischen Waschzwang so mancher Interpretation vom philosophischen Denken. Weitere Informationen zum Buch sowie zum Autor gibt es hier.

Ab sofort erhältlich ist außerdem das physische Buch zu einem Titel, der bereits als e-Book erhältlich ist: »Im Vorraum. Lebenswelten kritischer Theorie um 1969« wurde von Dennis Göttel und Christina Wessely herausgegeben. Der Band behandelt die ›zweite und dritte Generation‹ der Kritischen Theorie und bietet unter anderem ein Panorama von deren späterer Nachkriegsgeschichte.

Ein großes Thema auf der Buchmesse war die Verleihung der diesjährigen Nobelpreise für Literatur. Dazu fällt uns ein Titel ein, der bereits 2012 erschienen ist: In den »Ortsschriften Peter Handkes« von Christian Luckscheiter wird erstmals das literarische Werk Peter Handkes von den Anfängen bis heute als Gesamtkorpus interpretiert und den Aufsätzen der Handke-Forschung zu einzelnen Orten eine systematische Abhandlung im Paradigma der Topographie zur Seite gestellt.

Als nächstes haben wir eine Veranstaltung anzukündigen: Am Montag, den 4. November wird Peter Bexte aus seinem Buch »Konjunktion & Krise. Zum ›und‹ in Bildern und Texten« lesen, und zwar in der Berliner Lettrétage. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und wird von Petra Boden moderiert. Der Eintritt ist frei.

Termine wie die diesen sollten Sie sich direkt in den Kalender eintragen – am besten in einen von »Kadmos’ koolen Postkartenkalendern«. Denn – juchee! – die ersten Exemplare unserer diesjährigen Kollektion haben nun endlich das Licht der Welt erblickt. Mit 98,3% neuen Karten sind wieder die Titel »Street’N’Art«, »Signs«, »Berlin Black ’N White« sowie der »(Un-)literarische Eselkalender« dabei. Letzterer dieses Jahr sogar wieder im Wochenformat mit 53 Bildpostkarten. Der November ist dann für das Erscheinen von »Putzen ist nichts für Feiglinge« – ein absoluter Klassiker – und das neue Highlight, »Der ›erotische‹ Alpaka-Kalender« vorgesehen. Dieser vereint in 14 Karten flauschig-anmutige Tiere in (auf-)reizende Posen, unterstrichen von Klassikern der romantischen Poesie. Wir verschicken natürlich wie jedes Jahr deutschlandweit portofrei, außerdem in neutraler Verpackung. ACHTUNG: Aufgrund von Störungen im Betriebsablauf wird der angekündigte Bahn-Kalender »We wish you a pleasant journey!« leider nicht erscheinen. Nein, es handelt sich keinesfalls um einen von uns geplanten Scherz, und denjenigen unter Ihnen, die über unsere Website bereits ein Exemplar vorbestellt haben, werden wir natürlich eine angemessenere Entschädigung als 25% des Kaufpreises bieten. Dafür können Sie sich auf ein pünktliches Erscheinen im nächsten Jahr freuen.

Am 9. Oktober war übrigens Weltposttag. Gerne erinnern wir bei dem Thema an den bald erscheinenden Band »Philatelie als Kulturwissenschaft. Weltaneignung im Miniaturformat« (herausgeben von Dirk Naguschewski und Detlev Schöttker). Wir erwarten seine Ankunft aus der Druckerei bereits sehnsüchtig.

Kennen Sie auch schon den Titel »Anton Cechov. Poststationen. Ausgewählte Erzählungen zum Wesen der Post« von Wladimir Velminski (Hg.)? Oder »Friedrich Kittlers Flaschenpost an die Zukunft. Eine Sendung« von Till Nikolaus von Heiseler?

Ganz am Ende dieses Newsletters müssen wir – wie bereits nach der letzten Buchmesse in Frankfurt, es scheint da ein Schema zu geben – einen Verlust melden: Nachdem im letzten Jahr ein Exemplar von »Landna(h)me Georgien. Studien zur kulturellen Semantik« abhanden gekommen ist, verschwand in diesem Jahr ein Fuchs an unserem Messestand. Er trug zu dem Zeitpunkt ein Dönerpapier in seinem Maul und war Teil des Werbeteams für Marie Parakenings’ »Berliner Tiere«. Wer ihn findet, sollte sich unbedingt bei uns melden. Nur zu gerne möchten wir den Fuchs in die Nähe einer seiner Berliner Lieblingsorte zurückbringen: dem Schlossgarten Bellevue – bzw. zu unserem etwa zwei Kilometer davon entfernten Verlagshaus (für weitere Tier-News schauen Sie doch auch mal auf der Instagram-Seite des Buches vorbei).

Wir hoffen, dass wir Sie mit diesem Newsletter mal wieder auf unser (nun ganz offiziell) ausgezeichnetes Verlagsprogramm neugierig machen konnten und verbleiben

mit freundlichen Grüßen
Ihr Wolfram Burckhardt
und das Team des Kulturverlags Kadmos Berlin