30. September 2020

Frischer Fahrtwind auf dem LektoRAD

Unser Newsletter im September

Heitere Neuigkeiten im September aus dem Hause Kadmos. Nachdem uns die Meldung, die Frankfurter Buchmesse würde dieses Jahr ohne Aussteller stattfinden (die Pointe liegt zweifelsohne irgendwo zwischen den letzten drei Wörtern mehr oder weniger tief vergraben), bereits einige Belustigung beschert hat (achso, das ist gar keine Satire!?), freuen wir uns, Sie über einige – wirklich – schöne Nachrichten aus unserem Verlag zu informieren:

Ganz druckfrisch ist das Buch »Die Komamethode« von Heiko Stoff erschienen. Der Band über »Willensfreiheit, Selbstverantwortung und der Anfang vom Ende der Roten Armee Fraktion im Winter 1984/85« behandelt auf über 400 Seiten ein überaus spannendes Kapitel der Geschichte der BRD: Als Mitte der 1980er-Jahre ein Mitglied der Roten Armee Fraktion, Knut Folkerts, beim Hungerstreik ins Koma gefallen war und an die Medizinische Hochschule Hannover gebracht wurde, stellte dieser Vorgang die Bundesrepublik vor ein Dilemma. Die Pflicht des Staates, Leben zu erhalten, stand dem individuellen Recht auf Selbstbestimmung gegenüber. Man entschied sich damals für die relativ neue Behandlung der Komamethode. Der Medizinhistoriker Heiko Stoff widmet sich über den historischen Ereignissen hinaus medizinrechtlichen und -ethischen Fragen. Deshalb ist diese Mikrogeschichte auch mehr als eine interessante Lokalstudie über den Ausnahmezustand an der Medizinischen Hochschule, bei dem schließlich über tausend schwer bewaffnete Polizeibeamte im Einsatz waren. Sie stellt vielmehr genau jenen Moment dar, an dem das ethische Prinzip von Willensfreiheit und Selbstverantwortung in einer medizinisch prekären und politisch brisanten Situation gerade anhand einer Gruppe exemplifiziert wurde, deren Autonomie qua Gesetzesbestimmungen suspendierbar erschien.

Des Weiteren ist ab sofort die zweite Auflage von Ottmar Ettes Buch über »Anton Wilhelm Amo« erhältlich. »Philosophieren ohne festen Wohnsitz. Eine Philosophie der Aufklärung zwischen Europa und Afrika« ist eine Studie über das Leben und die Philosophie Amos, der in Deutschland als erster Philosoph afrikanischer Herkunft Bekanntheit erlangte. Anlässlich der Umbenennung einer Berliner U-Bahn-Station in »Anton-Wilhelm-Amo-Straße« ist um ihn ein neues Interesse aufgekommen und Ottmar Ette hat diese Auflage durch ein neues Vorwort in die gegenwärtigen Ereignisse aktualisiert. Martin Ahrends’ Besprechung des Titels im Deutschlandfunk Kultur (19.09.) kann hier online nachgehört und -gelesen werden.

Im September erreichte uns auch die wunderbare Nachricht, dass das Buch »Tod und Leben in der U-Bahn. Literarische Imaginationen des modernen großstädtischen Untergrunds« von Benedikt Tremp auf der Shortlist des Förderpreises Opus Primum steht. Der Nachwuchsförderpreis wird von der Volkswagen Stiftung vergeben und zeichnet ein Werk aus, das »(g)ut lesbar geschrieben, einem breiten Publikum verständlich und von hoher wissenschaftlicher Qualität« ist. Wir drücken Benedikt Tremp fest die Daumen!

Eine weitere Freude hat uns vor wenigen Tagen die Kurt Wolff Stiftung gemacht, in deren Freundeskreis wir seit letztem November Mitglied sind, und zwar per Post: Der neue Katalog »Es geht um das Buch!« ist da - und der Kulturverlag Kadmos ist mit drin. Man findet uns im Jahrgang 2020/21 auf Seite 53, das Blättern ist auch in dieser Ausgabe (wie immer) ein absolut ästhetisches und bibliophiles Vergnügen. Wir freuen uns, unsere Arbeit in diesem Rahmen zusammen mit anderen unabhängigen Verlagen präsentieren zu dürfen und sind gespannt, wie und wo wir so ankommen.

Falls Sie sich schon gefragt haben, wie es dieses Jahr um unsere Esel steht: Seien Sie ganz beruhigt. Wir arbeiten im Moment auf Hochtouren und können Ihnen bald unsere neuen »Kadmos’ koolen Postkartenkalender« vorstellen. Zwar wird die Kollektion dieses Jahr etwas schmaler ausfallen (durch u.a. das Ausbleiben der Indoor-Märkte sehen wir uns besser beraten, Alpakaflausch und Putzfimmel auf nächstes Jahr zu verschieben), aber keinesfalls weniger schön. Alle vier Klassiker - »Der (un)literarische Eselkalender«, »Street’n’Art«, »SIGNS« sowie der »Berlin Black’n’White«-Kalender - wird es auch dieses Jahr wieder im Wochenformat mit neuen Motiven geben.

Zu guter Letzt laden wir Sie ein, uns auf Social Media zu folgen. Unser Twitter-Feed (@KadmosVerlag) strotzt vor Lebensfreude pur (Achtung, Insider!) und auf Instagram (@kulturverlag_kadmos) können Sie unseren Korrektor E.M.U. (Error Management Unit) kennenlernen und eine Proberunde LektoRAD (und zwar hier) fahren. Wenn das nicht cool ist…!?

Bis zum nächsten Newsletter, bleiben Sie gesund.
Ihr Wolfram Burckhardt
und das Team des Kulturverlags Kadmos