25. Oktober 2018

Schwund ist immer

Neuigkeiten, eine Messenachbetrachung und unser Oktobernewsletter

 

Der Kulturverlag Kadmos meldet sich zurück. Während Berlin in der sommerlichen Großstadthitze allmählich verdampfte, behielten wir im Verlag einen einigermaßen kühlen Kopf und produzierten neben spannenden Buchtiteln (zum Beispiel  dem Sammelband „Maschinen des Lebens – Leben der Maschinen“, „Biographien des Nachbebens“ von Elisabeth Kirndörfer und, ganz neu, „Die  ganze Welt ein Garten?“ von Sibylle Benninghoff-Lühl) gleich sieben neue Postkartenkalender. Für alle Putz-Fans, Großstadtmenschen, Großputzer,  Esel-Verrückte und (Sie ahnen es!) verrückte Esel ist ab sofort das passende Weihnachtsgeschenk in unserem Programm erhältlich.

Auf der Frankfurter Buchmesse erfreuten sich unsere Neuerscheinungen bereits großer Beliebtheit – eine gar mit skurrilem Ausgang (siehe unten). Zum Abschluss der Messe erschien unser  halbjährlicher Newsletter, Abonnent_innen werden ihn bereits kennen. Man könnte meinen, nach all der Arbeit machten wir eine Verschnaufpause, doch weit gefehlt: Die nächsten Projekte befinden sich in den Startlöchern und wir freuen uns, Sie in den kommenden Wochen und Monaten über neue Titel zu informieren.

 

Hier unser Newsletter, für den Neuzugänge natürlich immer herzlich willkommen sind:

Liebe Freunde des Kulturverlag Kadmos,

vor seinem Rücktritt als Regierender Bürgermeister am 11. Dezember 2014 versicherte Klaus Wowereit in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«, dass der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) »jetzt zu 98 Prozent fertig« sei – ich ergänze (in unserem neuen Statis-Tick-Kalender): »Aber die restlichen 2% sind die schwierigsten!«

Und da die schönste Definition von Wahnsinn diejenige ist, »immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten«, möchte ich heute nach längerer Schreibabstinenz variieren und ein kleines Wahnsinnszeichen von uns geben. Nach einer OP im Juli mit kompletter Transplantation des Kopfes bin ich also – Schwund ist immer – mit 98% frischen Hirnzellen zu unserem Stand E79 in der Halle 4.1 auf die hiesige Buchmesse gegangen, wo mich ein Schwund anderer Art erwartete, den unser Autor Zaal Andronikashvili folgendermaßen auf Facebook annotierte.

»#fbm18 Verleger von Kadmos-Kulturverlag Wolfram Burckhardt, wo "Landna(h)me Georgien" erschien (das ich mit Emzar Jgerenaia und Franziska Thun-Hohenstein geschrieben haben), erzählte mir, dass unser Buch gestern geklaut wurde. Nun bin ich äußerst selten mit V.I. Lenin einverstanden, aber in einer Sache, nämlich dass ein Bücherdieb kein Dieb sei, kann ich mich mit ihm anfreunden. In der 5. oder 6. Klasse (um 1985) wollte ich das mit meinem Freund Levan Ka unter Beweis stellen. Wir gingen in den Buchladen Tschiraghdani gegenüber der Philharmonie in der damaligen Leinstraße. Das war eine politische Buchhandlung. Die Fackel im Namen der Buchhandlung sollte das Licht des Wissens symbolisieren. Leintücher waren immer auf dem besten Papier gedruckt, genauso wie Plakate der Politbüromitglieder, die deswegen von den Malern heiß begehrt waren und sofort ausverkauft wurden: man verwendete die Rückseite zum Zeichnen. Wir haben uns zwei Leninbroschüren ausgewählt. Ich weiß nicht mehr, was das war, aber sie kosteten 3 Kopeken (3 Schachtel Streichhölzer) – und haben sie demonstrativ geklaut. Wenn jemand uns aufhielte, hätten wir stolz Lenin zitiert. Damals wussten wir nicht, dass so etwas Performance hieß oder zumindest als solches verkauft werden konnte. Wie auch immer fiel unsere Performance durch: die Verkäuferinnen sahen uns, sagten aber nichts. Sie dachten wahrscheinlich, dass zwei Deppen, die Leninbroschüren klauen, wenn überhaupt in die Psychiatrie gehörten. – Nun habe ich nach vielen Jahren meine Meinung kaum verändert. Werden Bücher geklaut, dann ist es meistens bestes Zeichen des Erfolgs. Ich weiß nicht wie es Herrn Burckhardt ging, aber ich habe mich gefreut. Uns wird es freuen, wenn Bücher gelesen wegen, egal auf welchem Wege man zu ihnen kommt.«

Gefreut habe ich mich jedenfalls über diesen Kommentar und kann hinzufügen, dass ich noch einen anderen entspannten Weg kenne, wie unsere zahlreichen Neuerscheinungen der letzten Monate zu Ihnen gelangen können, diesmal sogar mit 2% Skonto! 

Mit besten Grüßen

Ihr Wolfram Burckhardt & das Team des Kulturverlag Kadmos

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